Österreichs Bauern exportieren immer weniger Produkte ins Ausland. Zwischen Jänner und September 2025 lag die ausgeführte Menge laut Statistik Austria bei 7,8 Millionen Euro und war damit um 3,7 Prozent geringer als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Der Rückgang verteile sich auf verschiedene Erzeugnisse (etwa Getreide oder Tierfutter), sagt Ama-Marketing-Chefin Christina Mutenthaler-Sipek bei einer Pressekonferenz zum Agrar-Außenhandel anlässlich der Landwirtschaftsmesse " Grüne Woche " in Berlin. Der Wert der exportierten Waren stieg im Zeitraum Jänner bis September 2025 um 3,2 Prozent auf 14,9 Milliarden Euro. Das liege daran, dass vermehrt "hochwertig veredelte Lebensmittel " aus Österreich ausgeführt werden. Der wichtigste Markt war auch im vergangenen Jahr das Nachbarland Deutschland. Dort landen fast 40 Prozent der exportierten Agrar-Erzeugnisse aus Österreich. Handelsbilanzdefizit lag insgesamt bei 1,9 Milliarden Euro Während Österreichs Außenhandelsbilanz im Agrar-Sektor insgesamt negativ ist (minus 1,9 Milliarden Euro), war sie im Verhältnis zu Deutschland auch zwischen Jänner und September 2025 positiv. Mengen- und wertmäßige Zuwächse gab es bei den Exporten ins Nachbarland bei verarbeiteten Fleischprodukten wie Wurst, Schinken und Speck. Auch Käse und Backwaren aus Österreich (etwa süße und salzige Snacks und Waffeln) verzeichneten ein Plus. Bei Letzteren lag dieses wertmäßig sogar bei fast 21 Prozent. Rindfleischexporte brachen um mehr als ein Viertel ein Einen regelrechten Einbruch gab es beim heimischen Rindfleisch . Hier nahm die Exportmenge nach Deutschland um 26,8 Prozent ab. Der Exportwert stieg. Das jedoch nur, weil sich auch der Preis pro Kilogramm seit 2024 stark erhöht hatte. Hintergrund für die Preissteigerungen beim Rindfleisch war eine große Zahl an Betriebsschließungen . Hinzu seien Seuchen gekommen, wie auch hohe Futter- und Energiekosten, so Mutenthaler-Sipek. Neben Deutschland zählen für Österreichs Landwirte auch andere Nachbarländer wie etwa Italien oder Ungarn zu den wichtigsten Exportmärkten . Große Zuwächse von jeweils mehr als zehn Prozent gab es in Frankreich und Rumänien, wobei das Gesamtvolumen in diesen Ländern bisher noch gering ist. Agrar-Außenhandel mit Mercosur-Staaten unbedeutend Thematisiert wurde bei der Pressekonferenz auch das EU-Mercosur-Abkommen , das den Handel mit Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay künftig erleichtern soll. Der Handel mit den Mercosur-Staaten spielt bei den Agrar-Erzeugnissen aktuell noch eine geringe Rolle, wie die Zahlen der Statistik Austria zeigen. Österreich exportierte zwischen Jänner und September 2025 Waren um rund 170 Millionen Euro in den Mercosur-Raum. Importiert wurden hingegen Lebensmittel wie Kaffee, Kakao oder Rindfleisch im Wert von 121 Millionen Euro. Soja aus Südamerika , das meist über Deutschland nach Österreich gelangt, ist in dieser Zahl nicht enthalten. "Man muss Mercosur vorsichtig positiv sehen" Josef Domschitz , Geschäftsführer-Stellvertreter des Fachverbands der Lebensmittelindustrie appelliert: "Man muss Mercosur vorsichtig positiv sehen." Gerade den heimischen Landwirten, die das Abkommen etwa aus Angst vor günstigen Fleisch-Importen aus Übersee ablehnen, wolle er die Sorge nehmen. "Der Agrar-Außenhandel mit Mercosur ist bisher in der Bilanz unbedeutend. Außerdem hat bisher jedes Abkommen Vorteile gebracht", so Domschitz.