Ein Theater, oder ein Gefängnis: Worum das mumok 2026 kreist

Es ist das erste Kunstwerk, das die seit Oktober amtierende Direktorin des mumok, Fatima Hellberg , für das Wiener Museum erwarb – und es ist der Kristallisationspunkt ihres Programms. Allerdings wird es noch fünf Monate dauern, bis man „Terminal Piece“, eine Rauminstallation der US-Künstlerin Kate Millett von 1972, tatsächlich begehen kann. Das Arrangement, in dem ein Mannequin inmitten von zwei Klappstuhlreihen sitzt und das Publikum durch Gitterstäbe anblickt, ließe sich „als Käfig und als Bühne“ beschreiben, als Aufbruchsort oder Endpunkt: Das führte Hellberg bei ihrer Pressekonferenz am Donnerstag, die weniger ein Programm als eine Programmatik beschrieb, nicht zum ersten Mal öffentlich aus. Das Ende ist ein Anfang Doch ganz offenbar ist „Terminal Piece“ – nicht das Werk, sondern die rundum gebaute Ausstellung, die von 20. Juni bis zum 7. Februar 2027 fünf Etagen des Museums dominieren wird – das zentrale Event des mumok-Ausstellungsjahres 2026. Hellberg wird die Schau mit dem neu bestellten Chefkurator Lukas Flygare umsetzen. Statt um „Etagen“ oder „Kapitel“ soll es dabei um „Akte“ gehen, die Grenzen bildender Kunst gilt es zu überschreiten. So holte Hellberg die prominente Bühnen- und Kostümbildnerin Anna Viebrock , die ab Dezember auch eine Präsentation im MAK gestalten wird, ebenfalls in die „Terminal Piece“-Schau. Anna Viebrock Werke der Sammlung sollen dabei eine Rolle spielen, doch primär geht es der Neo-Direktorin darum, den Museumsbesuch anders zu gestalten: „Wenn man hinausgeht, sollte man nicht nur Erschöpfung, sondern auch eine bestimmte Energie mitnehmen“, sagt sie. Die Energie der musealen Erzählungen stamme dabei nicht von bekannten Namen, sondern von „Themen, die Auseinandersetzung brauchen“, sagt Hellberg. Weitere Ausstellungen Solche sieht sie auch bei den anderen Ausstellungen, die 2026 im mumok eröffnen: Bei der Georgierin Tolia Astakhishvili , die ab Mai teils vor Ort arbeiten wird, geht es um Kinder und deren kreative Freiheit. Beim US-Amerikaner Cameron Rowland , dessen Werkschau (ab 14. 11. ) von Kurator Matthias Michalka vorbereitet, aber nun nicht weiter erklärt wurde, geht es um systemischen Rassismus. Bei dem Projekt „Cosmofonia“ der Schweizerin Verena Paravel (ab 5. 12.) spielen dann Geräusche eine Hauptrolle. Das Erlebnis beflügeln soll auch eine Ebene mit Kinderatelier und eine Art Ruheraum – der preisgekrönte Architekt Andrea Faraguna konnte hier für die Gestaltung gewonnen werden. Die Peter und Irene Ludwig Stiftung in Aachen, die „zum Abschied“ der Ex-Direktorin Karola Kraus , ein Werk der 2025 gezeigten Künstlerin Liliane Lijn fürs mumok kaufte, unterstützt Hellbergs „Terminal Piece“-Projekt nun „substanziell“ – als „Willkommensgruß“.