Nach turbulenter FPÖ-Klubchef-Wahl gibt sich Waldmann selbstkritisch

Am Tag nach der turbulenten FPÖ-Klubchefwahl ging es munter weiter. Da wurde Asche aufs Haupt gestreut, dementiert – und ein Gerücht in die Welt gesetzt. Wie berichtet, wurde der Nachfolger von Norbert Hofer , der in die Privatwirtschaft wechselt, erst im zweiten Anlauf gekürt. Zunächst war nur der gebürtige Kärntner Sandro Waldmann zur Wahl gestanden und mehrheitlich gewählt worden. Gegen ihn hatte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Körperverletzung ermittelt, weil er bei einer Veranstaltung im vergangenen August mit einem anderen Besucher aneinandergeraten war. Inzwischen hat Waldmann ein Diversionsangebot angenommen – und deshalb die Wahl zum Klubobmann abgelehnt. Stattdessen ließ sich Christian Ries breitschlagen, aufgrund seiner langjährigen Erfahrung als früherer Nationalratsabgeordneter ohnehin prädestiniert für den Job. Das Ergebnis für den Kriminalbeamten aus Rust: Sechs Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme und eine Enthaltung. Nach seiner Kür, über die er sich sehr gefreut habe, sagt Waldmann am Donnerstag zum KURIER, sei ihm klar geworden, dass es vielleicht doch nicht so klug wäre, jetzt Klubobmann zu werden. „Es ist mir fast lieber, dass Christian Ries die Funktion übernommen hat“. "Vielleicht eleganter gewesen" Wäre es nicht auch klüger gewesen, sich überhaupt nicht zur Wahl zu stellen, fragt der KURIER? Waldmann: „Das wäre vielleicht der elegantere Weg gewesen“. Am Donnerstagnachmittag meldete sich dann ein FPÖ-Insider beim KURIER und behauptete, eine Wahl von Ries habe „schlicht nicht stattgefunden“. Stattdessen sei einfach das Ergebnis für Waldmann – sechs Ja, ein Nein, eine Enthaltung – auf Ries „umgemünzt“ worden. Vorangegangen sei dem ein Protest aus Wien gegen die Kür Waldmanns. Gar keine Wahl? Unsinn Dieses Gerücht wird sowohl vom blauen Klub als auch von der Landespartei als „kompletter Blödsinn“ zurückgewiesen. Selbstverständlich habe es zwei Wahlgänge gegeben, mit Stimmzetteln und allem Drum und Dran. Zufällig seien die Voten für Waldmann und Ries ident gewesen. Zu Wort gemeldet hat sich schließlich auch der FPÖ-Mandatar Thomas Grandits . Er dementierte, dass er am Mittwoch Gegenkandidat von Ries für den Klubchefposten gewesen sei. Zur Wahl seien erst Waldmann und danach Ries gestanden, beiden Kandidaten habe er seine Stimme gegeben, hielt der Südburgenländer fest. Dass der Zweite Landtagspräsident Hans Tschürtz erklärt hatte, auch Grandits sei ein Kandidat gewesen, „war unglücklich formuliert“, meint der gelernte Jurist Grandits.