Mit Göttern in Weiß haben die Ärzte in „The Pitt“ schon rein farblich nichts zu tun. Ihre Kasacks sind schwarz. Unter der Leitung des erfahrenen Notfallmediziners Michael „Robby“ Robinavitch arbeiten sie den ständigen Zustrom an Notfällen ab. Der Wartebereich ist immer voll, was auch beim Zuschauen mitunter Stress bereitet – und dennoch kommt man kaum davon los. Echtzeit-Atmosphäre ist hier alles. In 15 Folgen begleitet man das schön gecastete Team durch eine 15-Stunden-Schicht. Das fiktive Pittsburgh Trauma Medical Center hat seinen Spitznamen auch einem Wortspiel mit dem englischen „pit“, also Loch, zu verdanken. Auch wenn im Untergeschoß selten Tageslicht zu sehen ist, ist Menschlichkeit oberstes Gebot – Gags und Zynismus dienen dem Selbstschutz. Denn was „The Pitt“ - hyperrealistisch gedreht - zeigt, sind die handfesten Auswirkungen großer Krisen: Covid, Gesundheitssystem, Männlichkeit (Incels), Waffenbesitz, Opioide – alle gesellschaftlichen Probleme kommen letztendlich in der Notaufnahme an. Noah Wyle, der bereits 1994 dabei war, als mit der Serie „Emergency Room“ das Genre neu erfunden wurde, ist als „Robby“ eine richtige Wohltat. Zum Österreich-Start zeigt HBO Max Staffel 1 und jeden Dienstag eine neue Folge von Staffel 2. Da bereitet sich Robby auf eine Auszeit vor – und die neue Oberärztin will den Spitznamen „Loch“ loswerden. Dabei findet Robby ihn "putzig und passend".