95 Millionen Euro für Stadion in Graz: Ist das überhaupt leistbar?

Einen Tag, nachdem Christian Jauk und René Ziesler versucht haben, medial Druck aufzubauen, kam es auch mit Vertretern von KPÖ, Grünen und SPÖ sowie Finanz- und Stadtbaudirektion im Grazer Rathaus zu einem Gespräch. Mehr Zeit für Politiker als Journalisten Das dauerte am Donnerstag deutlich länger als die Pressekonferenz der Präsidenten des SK Sturm und des GAK am Mittwoch - die war nach 15 Minuten schon wieder vorbei. Für die Rathauskoalition nahm man sich dann doch mehr Zeit als für Medien, zweieinhalb Stunden saßen die Vertreter der Bundesligisten sowie die Politikerinnen und Politiker zusammen. Das Ergebnis? - Genauso mager wie die Pressekonferenz zuvor kurz war. Das "vorgelegte Konzept enthält neue Facetten", ließ KPÖ-Finanzstadtrat Manfred Eber im Anschluss wissen. "Aus denen ergeben sich rechliche Fragestellungen, die nun sorgfältig zu prüfen sind." Gemeinsamer Termin bei Kunasek In der Gemeinderatssitzung Mitte Februar sollen "die nächsten Schritte" gesetzt werden, kündigte Eber an. Davor hoffen Politik wie Vereine auf einen Termin bei Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ), denn ohne gewaltigen Zuschuss vom Land ist jeder Ausbauplan in der Stadt bloß ein netter Wunsch. Sturm und GAK wollen das 1997 eröffnete Stadion in Graz-Liebenau gemeinsam ausbauen und gemeinsam in einer Betreibergesellschaft leiten, das immerhin ist neu in der Debatte. Doch auch daraus ergeben sich daraus einige Fragen . Die Kosten: Die von der Stadt Graz durchgeführte Machbarkeitsstudie bezifferte die Ausbaukosten im August 2025 mit rund 150 Millionen Euro . Jauk und Ziesler kalkulieren mit 95 Millionen Euro - wie berechnet sich diese gewaltige Differenz? In beiden Konzepten ist z. B. ein Ausbau der Sitzplätze auf 20.000 vorgesehen. Die Aufteilung: Die Vereine wollen rund ein Fünftel der Summe aufbringen ( 20 Millionen Euro ). Den Großteil müssten Land Steiermark und Stadt Graz aufbringen, jeweils also 37,5 Millionen Euro . Bisher sagte die Stadt Graz 30 Millionen Euro zu: Allerdings wurde das berechnet von der wesentlich höheren Summe der eigenen Machbarkeitsstudie (150 Millionen Euro). Nun fordert das Konzept der Vereine deutlich mehr von der Stadt - und das bei deutlich geringerer Gesamtinvestition. Die Eigentumsverhältnisse: Sturm und GAK wollen über eine Errichtungs- und Betreibergesellschaft offenbar das alleinige Sagen beim ausgebauten Stadion haben. Das gehört aber - über eine Gesellschaft - der Stadt Graz; ebenso wie das Grundstück, auf dem die nach ihrem Sponsor Merkur Arena genannte Sportstätte steht. Die Stadt Graz wird den Grund nicht verkaufen, bliebe also nur ein - kompliziertes - Konstrukt durch Verpachtung . Die Budgets: Sowohl Stadt als auch Land haben Sparbudgets. Die FPÖ-ÖVP-Landesregierung kürzte unter anderem Zuschüsse im Sozialbereich massiv, aber auch für Sportvereine gibt es 2026 deutlich weniger Geld. Die KPÖ-Grüne-SPÖ-Koalition in Graz kämpft mit einem Schuldenberg bei gestiegenen Ausgaben. Das Sportbudget für alle Vereine und Sportstätten in Graz liegt bei knapp 4,8 Millionen Euro - und auch das wurde nach dem Aufschrei der Verbände nur durch eine Sonderdotierung möglich. Punkte, die wohl kommende Woche beim nächsten "Stadiongipfel" im Rathaus angesprochen werden müssen. Dass Sturm und GAK gemeinsam einen Vorschlag ausgearbeitet haben, sei "positiv", hieß es seitens der Koaltion. Man werde aber "eigene Vorstellungen" einbringen.