Tourismus-Rekord: Wien kratzt schon an magischer 20-Millionen-Marke

"Besuchen Sie Europa (solange es noch steht)“ , sang einst die Band „Geier Sturzflug“ (lang, lang ist’s her!). In Anlehnung daran kann man den Wienerinnen und Wienern derzeit nur empfehlen, „ihre“ Stadt zu besuchen – solange es noch geht. Denn wann, wenn nicht jetzt im Jänner – wo das einst gefürchtete Jänner-Loch zumindest noch in Ansätzen existiert – empfiehlt sich ein Besuch der klassischen Sehenswürdigkeiten der Donaumetropole? Früher oder später werden die Touristenmassen wieder die Hotspots besetzen und für lange Warteschlagen sorgen. Denn der Wiener Tourismus schwebt weiterhin im Höhenflug – das ist unübersehbar und lässt sich auch an harten Zahlen ablesen. Der KURIER hat die wichtigsten davon zusammengefasst. Nächtigungsrekord: Schon 2024 war das „beste touristische Jahr aller Zeiten“, wie Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner vor einem Jahr stolz verkündete. Doch diese Rekordmarke hielt nicht lange und dürfte schon bald vom 2025er-Ergebnis in den Schatten gestellt werden. Denn nach einem kleinen Minus im Juli, zogen die Zahlen wieder an, sodass es Ende November bereits 17,9 Millionen Gästenächtigungen (+6 Prozent gegenüber 2024) gab. Waren es dann im Dezember wieder wie im Vorjahr mehr als zwei Millionen Nächtigungen (und nichts spricht dagegen), könnte sogar die 20-Millionen-Schallmauer durchbrochen worden sein (im Vorjahr waren es gesamt 19 Millionen). Übrigens: Wie sehr der Stadttourismus derzeit boomt, zeigt sich daran, dass die einstige magische Marke – nämlich 10 Millionen Nächtigungen – 2008 im Jahr der Fußball-EM geknackt wurde. Offiziell werden die neuen Zahlen des Wien Tourismus am 28. Jänner präsentiert. Belvedere: Bereits „amtlich“ ist auch ein Allzeit-Rekord des Belvedere: Das meistbesuchte Museum Österreichs überbot die Vorjahresbestmarke und kam erstmals über die Zwei-Millionen-Schwelle . Durchaus imposant ist auch hier die Entwicklung der vergangenen Jahre: Seit 2015 sind die Besucherströme um 60,5 Prozent angewachsen. Prater und Riesenrad: Meistbesuchte Sehenswürdigkeit war im Vorjahr erneut der Wurstelprater : „Das Rekordjahr 2024, in dem erstmals in der Geschichte die Sieben-Millionen-Marke geknackt wurde, konnte gehalten werden“, freut sich die Prater GmbH. Und wer in den Prater geht, kommt natürlich am Riesenrad nicht vorbei: Neuerlich rund 800.000 Besucher wollten sich Wien von oben anschauen. Damit ist man vom Allzeithoch von 2018 (840.000 Gäste) nicht mehr weit entfernt. Getty Images/alxpin/istockphoto Belvedere Stephansdom: Himmlische Höhenflüge erlebte 2025 auch das spirituelle (und geografische) Zentrum der Hauptstadt: 6,95 Millionen Gäste zählte der Stephansdom – das ist ein Plus von rund 50.000 Personen. Damit schritten pro Tag 19.000 (!) durchs Riesentor in den „Steffl“. Der Besucherrekord datiert übrigens aus dem Jahr 2019, als es sogar 7,2 Millionen Menschen waren. Anna Perazzolo Den Stephansdom sahen täglich 19.000 Menschen von innen. Schloss Schönbrunn: Der imperiale Tourismus-Hotspot par excellence ist das Schloss Schönbrunn, vor dem sich auch 2025 lange Schlangen bildeten: 3,97 Millionen Gäste pilgerten zu Maria Theresias Prunkresidenz – das ist ein sattes Plus von zehn Prozent gegenüber 2024. Das Vor-Corona-Niveau hat man aber noch nicht ganz erreicht, denn der Rekord steht bei 4,25 Millionen Gästen (2019). Tiergarten Schönbrunn: Auch für den benachbarten Zoo war es ein gutes Jahr – nicht nur wegen der Geburt eines Baby-Elefanten im August. Wieder strömten rund 2 Millionen Besucher in den ältesten Zoo der Welt – das entspricht dem 2024-Ergebnis. Der Allzeit-Rekord von 2008 (2,6 Millionen) hat aber ein weiteres Jahr gehalten. Donauturm: Auch das höchste Bauwerk Wiens (252 Meter) befindet sich buchstäblich im Höhenrausch: Die Donauturm-Betreiber vermelden „mehrere Hunderttausend Besucher“ und ein Plus von 3,5 Prozent .