Interior-Expertin Almuth Bene: „Im Büro darf man sich wohlfühlen“

Das Büro von heute ist mehr als eine zweckdienliche Arbeitsstätte. Es soll stattdessen ein Wohlfühlort sein. „Die Mitarbeiter sollen gerne ins Büro kommen, es schöner haben als Zuhause“, erklärt Almuth Bene von „Almuth Bene Living“ . Wie ein modernes Büro auszusehen hat, zeigt sie gemeinsam mit ihrem Mann Thomas von „Thomas Bene – Home of Work“ bei einem Rundgang im Leopoldquartier Office im zweiten Bezirk. Das Besondere in diesem neuen Bürogebäude, errichtet von UBM , sind die sichtbaren Elemente aus Holz wie die Decke und die Säulen. Passend zu diesem nachhaltigen Gebäude entwickelten die beiden Experten das Interiorkonzept für „Your Office“ von Michael Graf. Diese Serviced-Büros befinden sich in den obersten drei Stockwerken des Neubaus und werden gerade von den ersten Mietern bezogen. kurier/Wolfgang Wolak Eine Idee von Thomas und Almuth Bene für das Büro von Unternehmer Michael Graf: eine Besprechungsbank am Fenster mit Wien-Blick. Flexibel bleiben Empfangen wird man hier mit einem natürlichen Farb- und Materialkonzept : Grün- und Erdtöne bestimmen Wände und Mobiliar. „Das Farbkonzept soll stimmig sein, nicht aufregen, muss zum Unternehmen passen, aber manche Kunden mögen es aber auch bunt“, erklärt Almuth Bene. Büroräume müssen zudem flexibel sein, um sich verändernden Aufgaben oder Abteilungsgrößen schnell, kostengünstig und ohne viel Aufwand anpassen zu können. Daher werden gerne Regale auf Rädern und Glaswände zur Abtrennung eingesetzt. So können leicht zum Beispiel Besprechungsräume errichtet und auch schnell wieder abgebaut werden. kurier/Wolfgang Wolak Oft zu finden: Lounges mit bequemen Sofas in natürlichen Farben und aus weichen Materialien. Die Akustik wird in den Gemeinschaftsräumen durch spezielle Paneele geregelt. „Hier haben wir besonders schöne und nachhaltige von Slalom aus Italien mit getrockneten Blumen und gepressten Gräsern verwendet, die wie ein Bild wirken“, beschreibt die Interior-Expertin. Im Idealfall gibt es im Büro viel natürliches Licht . Zum Arbeiten am Schreibtisch sollte es eine Kombination aus indirektem Licht, das nach oben strahlt, und direktem Licht sein, das die Arbeitsfläche gut ausleuchtet und wo man sich selbst so wenig Schatten wir möglich macht. Und es soll dimmbar sein. kurier/Wolfgang Wolak Kaffeeküchen sind begehrte Treffpunkt zum Austausch. Ideenschmiede Kaffeeküche Obwohl es oft schwierig ist, für Ordnung und Sauberkeit zu sorgen, werden kleine Küchenbereiche weiterhin berücksichtigt. „Sie sind wichtig für die Kommunikation, hier entstehen oft die besten Ideen“, so Almuth Bene. Die Schreibtische hingegen haben sich komplett verändert, wie Thomas Bene erklärt: „Sie sind kleiner geworden, denn sie werden oft mit Kollegen geteilt, und es gibt weniger Papier und keine Telefonapparate mehr. Dafür sind höhenverstellbare Tische mittlerweile Standard.“ Das lange Sitzen erleichtern Sesseln mit Lordosestütze für die Lendenwirbelsäule. „Wir verwenden generell hochwertige Produkte, die wie Designerstücke aussehen, aber nicht so teuer sind“, so der Büro-Experte. Warum sollen Unternehmen in Interior investieren? „Wohnliches Arbeiten ist eine Frage der Wertschätzung“, ist Thomas Bene überzeugt, „die Gestaltung von Büroräumen ist auch ein Erfolgsfaktor. Es zahlt sich aus, etwas mehr zu investieren, denn der Output wird größer sein.“