Das Hin und Her beim Thema Homeoffice ist auch Ausdruck von Verwirrung und falschen Erwartungen. Mit der Corona-Pandemie 2020 testete man, was alles funktionieren kann: dass nämlich (Büro-)Mitarbeiter von 13. auf 16. März allesamt zu Hause blieben – und dass das Firmenwerkl trotzdem irgendwie funktionierte. Aus dieser unfreiwilligen Extremsituation entwickelte sich die Annahme, Büros seien überflüssig und das Arbeiten von woauchimmer, sei das Maß der Dinge. Heute, nach sechs Jahren des Ausprobierens, zeigen sich die Effekte des Homeoffice: Büros und Arbeitsplätze sind oft verwaist, viele Mitarbeiter sind von ihrem Arbeitgeber so weit weg wie nie, Identifikation und Interaktion haben gelitten. Der Wunsch der Mitarbeiter nach dem Daheimbleiben ist nach wie vor groß, der Wunsch der Firmenleiter, wieder gemeinsam mehr Schwung ins Unternehmen zu bringen, auch. Was dazu führte, dass Homeoffice in vielen Betrieben von maximal auf minimal reduziert wurde – wo es sinnvoll und praktisch ist ja, als generelle Ausrichtung aber nein. Denn unterm Strich lebt eine Unternehmung – in Transformationszeiten mehr als sonst – von der Zusammenarbeit, der Teamdynamik , dem schnellen Zuruf und dem gemeinsamen Anpacken. Disloziertes Irgendwositzen und aus der Ferne arbeiten ist gemütlich, hemmt aber all das.