Ein großer Bogen im Südrondell der Innsbrucker Hofburg ist für Touristen das Einfallstor in die Innsbrucker Altstadt schlechthin. Einmal durchgeschritten stehen Besucher in der engen Hofgasse, die von herausgeputzten Bürgerhäusern gesäumt ist und zum Goldenen Dachl führt. Doch gleich am Eingang in dieser mit Besuchern stets regelrecht verstopften Meile fällt ein historisches Gebäude negativ auf. Dabei gehört das sogenannte „ kleine Riesenhaus “ mit zu den spannendsten in der Altstadt. Hier logierte einst „Hofzwerg Thomele“, der am Hof von Ferdinand II. den Fürsten und sein Gefolge zu belustigen hatte. Nahezu ungenutzt Ein Fresko auf dem bald 500 Jahre alten Eckgebäude zur Stiftgasse , das den kleinwüchsigen Thomele zeigt, verweist auf die Geschichte des einstigen Bewohners. Direkt neben dem Eingang der weiß strahlenden Hofburg gelegen, steht das „kleine Riesenhaus“ heute bis auf einen Souvenirladen im Erdgeschoß verlassen da. Willim Christian Der kleinwüchsige Thomele soll das Haus bewohnt haben Doch nun könnte Bewegung in das Gemäuer kommen. Denn auf Anfrage bestätigt Alexander Oberlechner von der Innsbrucker Dependance des Bundesdenkmalamts Gerüchte, dass die Eigentümer Umbaupläne wälzen. „Es hat bereits Vorgespräche gegeben“, sagt Oberlechner. Aus seiner Sicht wäre es „sehr lohnenswert“ , wenn das Bürgerhaus wieder mit Leben erfüllt wird: „Jedes Haus in der Altstadt, das nicht genutzt wird, ist schlecht. Denn dann beginnt der Verfall.“ Wichtig sei natürlich, dass die Denkmalschutzgüter des Gebäudes aus dem Jahr 1530, das im Kern bis auf die Romanik zurückgehe, erhalten bleiben. Dazu gehören etwa Kreuzgewölbe und gotische Decken. Zuerst wird verhandelt Das Haus wieder in altem Glanz erstrahlen zu lassen, dürfte mit einem erheblichen Investitionsbedarf verbunden sein, was den langen Stillstand erklären mag. Die Eigentümer verweisen auf KURIER-Anfrage auf „laufende Verhandlungen“: Vor deren Abschluss will man sich nicht näher zur möglichen künftigen Nutzung äußern. Willim Christian Bis auf einen Souvenirladen im Erdgeschoss steht das heruntergekommene Haus an bester Adresse leer „Das ist eine große Kubatur . Es muss ausgelotet werden, wofür sie sich eignet“, beschreibt Oberlechner die Grundproblematik. Es zeichnen sich zwei Optionen ab, sagt er: „Ein Gedanke ist, dass wieder Wohnungen hineinkommen. Ein zweiter Gedanke ist eine gewerbliche Nutzung .“ Und zwar wie in einem Haus auf der gegenüberliegenden Gassenseite. Das wurde unter Begleitung des Bundesdenkmalamts aufwendig von einer Innsbrucker Hotelierfamilie saniert und 2023 wurde als Appartment-Hotel eröffnet. Im Zuge der Arbeiten kam unter anderem ein Wandbild aus der Renaissance zum Vorschein, das für Innsbruck einmalig ist. Nach außen beeindruckt es mit einer bunten Barockfassade. Kein Vergleich zum grauen Haus des „Hofzwergs“.