Österreich hat bei der Handball-EM schon im zweiten Spiel das erste Finale. Gegen Spanien braucht man am Samstag (18 Uhr/live auf ORF1 ) einen Sieg, um die Chance auf die Hauptrunde zu wahren. Der Auftakt hatte eine Niederlage gegen Deutschland , aber auch einige wichtige Erkenntnisse gebracht. Beispielsweise, dass die unter Teamchef Iker Romero adaptierte Deckung sehr gut funktionierte, dass man gut mithalten konnte, obwohl Kreisläufer Tobi Wagner keinen guten Tag erwischte und Leader Mykola Bilyk aufgrund seiner Physis im Spiel viele Pausen einlegen musste. Ein Überraschungsmann in der Hauptrolle Die positive Überraschung war Jakob Nigg , der im Sommer von den Fivers nach Stuttgart gewechselt war und nun am rechten Flügel durch die Verletzung von Franco Lastro gesetzt ist. Die neue Hauptrolle spielte er wie ein Routinier, erzielte sieben Treffer. „Ich habe nie daran gezweifelt, dass es klappt. Ich freue mich über diese Rolle, in der ich dem Team helfe und zeigen kann, was ich drauf haben.“ Der Wechsel nach Stuttgart und in die Deutsche Bundesliga tat dem 22-Jährigen sichtbar gut. „Man entwickelt sich weiter in allen Bereichen und wächst auch als Persönlichkeit. Erstmals war ich komplett allein, von daheim weg.“ Umstellung Die erste Zeit war gar nicht so einfach. Lange musste er warten, bis er mit seinen Leistungen zufrieden war und er das erste Tor erzielte. „Bisher ist es in meiner Karriere steil bergauf gegangen. Jetzt weiß ich, dass es ein Auf und Ab ist, und ich kann mit solchen Situationen umgehen.“ Und auch mit dem Druck, der gestiegen ist. „Ich habe beim Wurf mehr Varianten aufgebaut und meine Stärken aufrechterhalten.“ Energie und Leidenschaft. In Stuttgart findet er auch ausreichend Ruhe. „Es ist sehr schön, ich wohne am Rand in Bittenfeld, nicht so im städtischen Raum. Die Schwaben sind sehr nett, es ist familiär.“ Und seine Vermieterin gibt ihm auch Sprachunterricht, hat ihm das Wort „Muckosäckele“ beigebracht. „Das ist quasi die kleinste schwäbische Einheit.“ Sportlich lebt er jedenfalls seinen Traum. „Da kommst du am Anfang in die großen Hallen und denkst dir: Geil, dass ich hier spielen darf. Daran muss ich mich dann erinnern, wenn es nicht so läuft.“ Mit Iker Romero hielt auch viel Neues Einzug ins Nationalteam. „Vor allem taktisch. Aber das wird sich alles einspielen“, ist Nigg überzeugt. Gegen Spanien steht er vor der nächsten Bewährungsprobe und einer weiteren Chance, Werbung in eigener Sache zu machen. „Ich will ein fixer Bestandteil dieses Teams werden und mich einbringen.“ Spanien erwartet er anders als Deutschland, eine Spur weniger physisch. „Vor allem in der Abwehr wird es ein anderes Spiel.“