Nach der am Lauberhorn wetterbedingt verkürzten und daher nicht mehr längsten Abfahrt erfolgt die schwerste. In Kitzbühel ... ... wo der Sieg vom Veranstalter mit doppelt so viel Euro (=101.000 brutto) belohnt werden wird wie sie Marco Odermatt für seine überlegene Bestzeit in Wengen bekam; ... wo so früh wie noch nie alle 45.000 Karten für die Downhill-Show vergriffen waren; ... wo im Nobel-Zelt des vom Abfahrts- zum Vermarktungsweltmeister gewordenen Harti Weirather , 67, einer der 1.300 VIP-Gäste alle Winter wieder Arnold Schwarzenegger , 78, sein wird; .... und wo vor 60 Jahren der Ski-Weltcup erfunden wurde. Was Hansi Hinterseer bezeugen kann, weil er als 12-Jähriger bei der Gründungssitzung auf der Seidlalm am Nebentisch lauschte, „obwohl i a Schulaufgab’ hätt’ machen sollen.“ Der Elsässer Journalisten-Hüne Serge Lang , US-TV-Kommentator Bob Beattie und der französische Ski-Napoleon Honore Bonnet waren am 21. Jänner 1966 auf der Seidlalm am Kamin sitzend dermaßen Feuer und Flamme für eine Rennserie gewesen, dass sie diese bald als Ski-Worldcup mit FIS-Genehmigung verwirklichten. Unvergessen wie das sporthistorische Treff honoriger Herren ist Hinterseer auch sein wilder Sturz in besagter Hahnenkamm-Woche ’66 geblieben. Aufgewachsen auf der Seidlalm bei der Oma, hatte die ihn zum Einkaufen ins Tal geschickt. Zurück mit der Gondel auf der Bergstation, ließ man ihn, während die Großmutter 400 Höhenmeter tiefer in der Küche wartete, noch unmittelbar vor dem Trainingsauftakt von Karl Schranz und Co über die Streif runtersausen, zumal ihm der Ruf eines Supertalents nacheilte. Der riskierte - trotz Omas Rucksack am Rücken – zu viel, worauf samt Jung-Hansi 30 Paar Frankfurter bis zur Steilhangausfahrt runterkollerten. Der Mann mit der Trainingsnummer 1, Jean Claude Killy , wurde gestoppt. „Er war mir net bös. Er hat mir sogar beim Aufklauben g’holfen. 29 Würscht’ ham ma gefunden.“ Zwei Jahre später gewann Killy drei Mal Olympia-Gold, neun Jahre danach Hinteresser den Riesentorlauf-Gesamtweltcup im Jahr 1975. In seiner zweiten Karriere als singender Everblond arbeitet Hinterseer aktuell an einem neuen Album. Wegen von ihm im regionalen Umfeld empfundener Misstöne, dürfte es um ihn während der bevorstehenden Hahnenkamm-Rennwoche aber eher leise bleiben. Zumindest beabsichtigt er das so, Totgesagte singen länger Dass Hinterseer, 71, im Netz immer wieder Objekt absurder Gerüchte wird, erträgt der zweifache Opa indes mit Galgenhumor. „Guat acht Mal habe’s mi schon sterben lassen. Bei einem Hubschrauber-Absturz genauso wie an Krebs.“ Kein KI-Fake dagegen ist’s, dass seit Hinterseers Slalomerfolg ’74 und damit seit 52 Jahren kein Kitzbüheler ein Rennen in Kitzbühel gewonnen hat.