Einmaleins der Australian Open: Evergreens, Stars, Sternchen und Figaros

In der Nacht auf Sonntag startete mit den Australian Open das Grand-Slam-Jahr 2026 . Was man wissen muss und was nicht zwingend, was wichtig und was wurscht ist. Wer sind die Rekordgewinner? Absoluter König von Melbourne ist Novak Djokovic , der in „seinem Wohnzimmer“ zehn Mal triumphierte. Der bisher letzte Titel liegt drei Jahre zurück. Im Gegensatz zum Serben ist Serena Williams , mit sieben Titeln Rekordsiegerin in der Profi-Ära (seit 1968), nicht mehr dabei. Der Vorjahresendspurt Bei den Männern ließ Titelverteidiger Jannik Sinner im Endspiel Alexander Zverev keine Chance. Der Deutsche war 2025 der einzige Teilnehmer in einem der vier Grand-Slam-Endspielen, der nicht Sinner oder Carlos Alcaraz hieß. Eine Sensation brachte das Frauen-Finale. Aryna Sabalenka , Siegerin 2023 und 2024, musste sich Madison Keys in einem Krimi geschlagen geben. Mit knapp 30 war die Amerikanerin damit am Höhepunkt. „Das ist eine schöne Geschichte. Als ich gespielt habe, waren das andere Zeiten, da warst  du  mit 30 eine alte Schachtel“, sagte Ex-Profi Barbara Schett im KURIER-Interview.  Klar ist, dass die Weltranglisten-Erste Sabalenka heuer wie Sinner zu favorisieren ist. Die Senioren Apropos: Keys ist freilich bei weitem nicht die älteste Starterin bei den startenden Australian Open. Das ist Venus Williams, die im Juni 46 wird, die zweitälteste die Deutsche Tatjana Maria mit 38. Pikant: Zuletzt trafen die beiden beim Vorbereitungsturnier in Hobart aufeinander, dabei siegte die „Jugend“.  Ältester Herr im Einzel ist der Schweizer Stan Wawrinka mit 40, der wie Williams eine Wild Card bekam, aber zumindest das Turnier einmal gewinnen konnte (2014). Ältester Teilnehmer überhaupt ist der 44-jährige niederländische Doppelspezialist Jean-Julier Rojer. Die Kücken Kleiner Nachschlag:  Die jüngsten Einzel-Spieler sind der  Norweger Nicolai Budkov Kjaer (19) und die Australierin Emerson Jones (17). Der größte Skandal Novak Djokovic reiste 2022 ohne Corona-Impfung  nach Australien und wurde letztlich nach ewigem  hin und her  ausgewiesen. Im Jahr darauf siegte er in Melbourne. Austria in Australia Anastasia Potapova trifft in ihrem ersten Major-Match als Österreicherin am Sonntag im vierten Match auf die Niederländerin Suzan Lamens, Filip Misolic spielt gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina im dritten Montag-Match  (jeweils nach 1.00 Uhr MEZ). Julia Grabher ist am Dienstag  dran. Gegnerin ist die Italienerin Elisabetta Cocciaretto. „Vor ein paar Tagen hätte ich noch gesagt, ein sehr gutes Los, jetzt hat sie als Qualifikantin aber das Turnier in Hobart gewonnen. Chancen hat Julia dennoch“, sagt  Trainer Günter Bresnik. Ende Oktober verlor Cocciaretto übrigens in  der 2. Runde von Jiujiang  klar gegen Lilli Tagger, die hier in der letzten Quali-Runde  scheiterte. Doppelte Freuden Besonders gut sind die rot-weiß-roten Doppelspieler vorbereitet: Lucas Miedler gewann mit dem Portugiesen Francisco Cabral das Turnier in Brisbane, Alex Erler verlor mit US-Mann Robert Galloway erst im Endspiel von Auckland. Und Neil Oberleitner gewann mit Siriam Balaji ein Challenger in Thailand und könnte mit dem Inder seine Premiere bei einem Grand-Slam-Turnier geben – ob sie ins Feld rutschen, entscheidet sich am Montag. Falls ja, würde sich der Neffe von Ex-Profi Alex Antonitsch selbst bei einer Auftaktpleite ein Preisgeld von umgerechnet rund 24.000 Euro teilen – dafür müsste das Duo drei Challenger gewinnen. "Nach den Turniererfolgen auf der Challenger-Tour, der Teilnahme im Hauptbewerb der Erste Bank Open und dem Finaleinzug in Kitzbühel ist die Reise zu den Australian Open der nächste Schritt in die ganz große Tenniswelt - egal, ob es mit der Teilnahme letztlich klappt." Doppel-Spezialist Neil Oberleitner Rot-weiß-rote Vorbilder Im Einzel schaffte es Dominic Thiem 2020 ins Endspiel, in dem er nach einer Führung Djokovic unterlag. Thomas Muster stand 1989 und 1997 im Halbfinale, Stefan Koubek erreichte 2002 zumindest das Viertelfinale. Beste österreichische Frau war Barbara Schett mit vier Achtelfinal-Auftritten (1996, 1998, 1999, 2000). Im Doppel gab es einen Sieger: Oliver Marach triumphierte 2018 an der Seite des Kroaten Mate Pavic. Bei den Junioren gab es Doppel-Titel für Jürgen Melzer (1999) und Lucas Miedler (2014). Haarspaltereien Besonders achten wird man auf das Haupt von Camilo Ugo Carabelli . Denn der Argentinier bot beim Vorbereitungsturnier in Auckland ein haarsträubendes wie einschneidendes Schauspiel. Weil er Sichtprobleme hatte, nahm er sich während einer Partie die Schere und schnitt sich selbst die Haare.