Der vergangene Winter hatte Fabio Gstrein Lust auf mehr gemacht. Nach den ersten Podestplätzen seiner Karriere schien der Slalomspezialist aus dem Ötztal mit 28 Jahren endlich an der Weltspitze angekommen und fällig für den Premierensieg im Weltcup. Doch diesem Aufwärtstrend folgte in dieser Saison ein Absturz ins Mittelmaß: Fabio Gstrein, der als Österreichs Nummer 1 im Slalom in diesen Winter gestartet war, muss nun plötzlich sogar um seinen Startplatz bei den Olympischen Winterspielen bangen . REUTERS/Angelika Warmuth Fabio Gstrein befindet sich im Formtief Kein Empfehlungsschreiben Bei den drei Slalom-Klassikern in Wengen (18.1.), in Kitzbühel (25.1.) und in Schladming (28.1.) muss Fabio Gstrein abliefern, denn die bisherigen Auftritte waren kein Empfehlungsschreiben für ein Olympia-Ticket. Gerade einmal einen zehnten Platz kann der 28-Jährige vorweisen, in den letzten beiden Slaloms in Madonna und Adelboden kam Gstrein nicht in die Wertung. Mehr Risiko Dabei bräuchte es nun wahrlich keine Wunderdinge, um es ins vierköpfige Slalomteam zu schaffen. Die Österreicher sind aktuell in dieser Disziplin nur Mitläufer und hatten in den sechs Saisonrennen gegen die internationale Konkurrenz immer das Nachsehen. Ein fünfter Rang von Routinier Manuel Feller zuletzt in Adelboden war das sportliche Highlight. Feller hat seinen Startplatz für Olympia sicher, dazu kommen Dominik Raschner (einmal Sechster), Marco Schwarz (8.), Michael Matt (9.) oder eben Fabio Gstrein (10.). ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer fordert von seinen Schützlingen in den nächsten Slaloms mehr Mut zum Risiko. „Wir haben Athleten, die das Zeug haben, aber sie müssen erkennen, dass es nur mit Vollgas geht.“