Vielleicht sollte man öfter Spielerinnen einbürgern. Die ehemalige Russin und nun unter rot-weiß-roter Flagge spielende Anastasia Potapowa zog als erste Österreicherin seit zwölf Jahren in die 2. Runde der Australian Open ein. Potapowa bezwang die Niederländerin Suzan Lamens noch mit 3:6, 7:5, 6:2 . Dabei lag die 24-Jährige bereits 3:6 und 1:5 zurück, ehe sie ein verloren geglaubtes Spiel noch drehte. „Es war eine wirklich starke Aufholjagd. Ich wünsche ihr weiterhin viel Erfolg bei ihrem ersten Grand Slam als Neo-Österreicherin“, gratuliert Thomas Schweda , Geschäftsführer der Österreichischen Tennisverbandes. Harte Auslosung Die Glückwünsche kann Potapowa gut brauchen. Die nächste Gegnerin ist wirklich ein Gradmesser, mit der Britin Emma Raducanu wartet die US-Open-Siegerin von 2021. Und gewinnt Potapowa auch diese Partie, könnte ihr die belarussische Ranglisten-Erste Aryna Sabalenka gegenüberstehen, die ihre Auftaktpartie gegen die französische Newcomerin Tiantsoa Rakotomanga Rajaonah (die kaum ein Reporter richtig aussprechen konnte) 6:4, 6:1 gewann. Lange Wartezeit Zunächst darf sich Tennis Austria einmal über den ersten Hauptbewerbssieg in Melbourne seit 2014 freuen. Die Vorarlbergerin Yvonne Meusburger schaffte es damals sogar in die 3. Runde, in der sie gegen die Weltklassespielerin Viktoria Asarenka chancenlos war. Ein Jahr zuvor packte es Tamira Paszek , die seit Jahresbeginn Sportliche Leiterin des Vorarlberger Tennisverbands ist, zumindest in die 2. Runde. Auch generell beendete Potapowa auf höchster Ebene eine Serie, seit 2023 konnte keine Landsfrau mehr ein Spiel bei einem Grand-Slam gewinnen. Damals kam Julia Grabher (wie Meusburger und Paszek eine Vorarlbergerin) in die 2. Runde. erstmals in die WTA-Siegerliste eintragen konnte mit dem Titelgewinn in Hobart. Zu früher Morgenstund’ (MEZ) wird am Montag Filip Misolic aufschlagen. Der Steirer freut sich auf einen starken Gegner. „Es ist ein Traum für mich, gegen die Nummer 15 der Welt bei einem Grand Slam zu spielen“. Besagte Nummer 15, ab heute gar die Nummer 14, heißt Alejandro Davidovich Fokina , ist Spanier und hat russische Vorfahren. Der 26-Jährige ist gegen Österreichs Nummer eins klarer Favorit und spielt eigentlich fast immer gut, es sei denn, er muss es in einem Finale tun – er verlor alle fünf Endspiele auf der ATP-Tour. Julia Grabher spielt am Dienstag gegen die Italienerin Elisabetta Cocciaretto , die ihren klingenden Namen am Wochenende erstmals in die WTA-Siegerliste eintragen konnte mit dem Titelgewinn in Hobart. Karriere-Slam lebt Einen klingenden Namen hat längst Carlos Alcaraz. Der Spanier schlug den Australier Adam Walton 6:3, 7:6, 6:2 und darf wieder von Karriere-Slam träumen. Denn die Australian Open fehlen der Nummer eins noch, die anderen drei Slams gewann er bereits.