Pilnacek-U-Ausschuss: Neos wollen Sebastian Kurz laden

Die Neos wollen Ex-Kanzler Sebastian Kurz in den Pilnacek-U-Ausschuss laden. "Wir wollen ihn jedenfalls befragen, ja. Er ist schon eine Schlüsselperson", sagte Neos-Fraktionsführerin Sophie Wotschke im ORF-Magazin "Hohes Haus" am Sonntag. Man wolle wissen, wie Kurz so schnell über das Ableben des ehemaligen Sektionschefs Christian Pilnacek informiert wurde. "Wir finden eine Befragung von Sebastian Kurz jedenfalls relevant, weil er erstens mit Christian Pilnacek am Abend vor dessen Tod Kontakt hatte und er zweitens offensichtlich informiert war, sehr schnell, und wir wissen wollen, woher kommt diese Information und wieso spricht man hier so schnell von Suizid, wenn das zu dem Zeitpunkt gar nicht klar ist", sagte die Neos-Abgeordnete im ORF. "Wieso spricht man so schnell von Suizid?" "Besonders interessant" sei, dass am Todestag von Pilnacek "bereits um 9.28 Uhr - besonders brisant, denn erst um 9.30 Uhr wurde Christian Pilnacek formell für tot erklärt - also um 9.28 Uhr bereits eine Nachricht liegt bei Otto Dietrich, das ist der Rechtsanwalt von Sebastian Kurz", so Wotschke. Und Kurz habe danach "eigentlich wenig später erklärt, medial in einem Pressestatement, es handle sich hier um Suizid". Man sehe hier "großen Aufklärungsbedarf": "Wie kommt die Info so schnell von Rossatz ins über 80 Kilometer entfernte Wien? Und zweitens, wieso spricht man so schnell von Suizid?" Kurz hatte selbst am Tag des Ablebens Pilnaceks am Rande eines Prozesses gegen ihn erklärt, dass der Ex-Sektionschef verstorben war. Die Nachricht auf seinem Handy habe gelautet: "Pilnacek angeblich tot, Suizid", sagte Dietrich im September als Zeuge bei einem anderen Prozess vor Gericht aus. Zu diesem Zeitpunkt habe er aber nicht mehr gewusst - er habe damals Kurz gleich vor Ort diese Informationen mitgeteilt.