Falls die österreichischen Slalomläufer tatsächlich vorgehabt haben sollten, die Karten bis zu den Winterspielen nicht aufzudecken, dann geht dieser Plan voll auf. Nach den Leistungen in den ersten sieben Saisonrennen ist für das ÖSV-Team bei Olympia bestenfalls die Außenseiterrolle vorgesehen. Zu groß scheint inzwischen der Abstand zu den Allerschnellsten, zu sehr hadern die Österreicher durch die Bank mit der Form und dem Selbstvertrauen. Ein fünfter Platz durch Manuel Feller in Adelboden war bislang das Höchste der Gefühle. Wohlgemerkt in sieben Saisonslaloms. APA/AFP/DIMITAR DILKOFF Michael Matt erreichte in Wengen mit Rang 7 sein bestes Saisonergebnis Auch beim Klassiker in Wengen gelang dem österreichischen Team nicht der erhoffte Befreiungsschlag. Michael Matt, der mit Rang 7 zumindest sein bestes Ergebnis in dieser Saison einfuhr, brachte es auf den Punkt: „Es schleudert uns alle ein bisschen.“ Fehlerteufel Das trifft auch und vor allem auf Routinier Manuel Feller zu, den letzten Österreicher, der einen Weltcupslalom gewinnen konnte (25. 2. 2024 in Palisades Tahoe). Beim Tiroler, in der Saison 2023/’24 noch der beste Slalomläufer der Welt, hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen , der ihn Rennen für Rennen vom Kurs abbringt. In Wengen konnte Feller nach einem Patzer im zweiten Durchgang nur akrobatisch einen Ausfall verhindern und musste sich mit dem elften Rang begnügen. Nur einmal war der Leithamme l im ÖSV-Slalomteam in diesem Winter in den Top Ten zu finden – das reicht allerdings locker für Fixeinsätze bei Olympia im Slalom und in der Teamkombi. Aber wer sollte Feller und Matt den Startplatz auch schon streitig machen? Abwärtstrend Richtig aufgedrängt hat sich in diesem Winter jedenfalls noch kein einziger ÖSV-Slalomläufer: Dominik Raschner? War zwar in Hochgurgl Sechster und kann damit das zweitbeste Ergebnis aller Österreicher vorweisen – dem stehen freilich fünf Rennen gegenüber, in denen der Tiroler nicht in die Wertung kam. Auch in Wengen schied Dominik Raschner aus. REUTERS / Angelika Warmuth Fabio Gstrein kommt in dieser Saison nicht in Fahrt. Fabio Gstrein? Befindet sich weiter am absteigenden Ast und hat sein bestes Ergebnis im ersten Saisonslalom erreicht – und das war mit Rang 10 bescheiden. Der Tiroler, im letzten Winter immerhin noch zwei Mal auf dem Podium, kam in Wengen über Rang 20 nicht hinaus und ist in dieser Verfassung bei Olympia wohl nur Zuschauer . Johannes Strolz? Wirkt völlig verunsichert und wird nach der Heim-WM in Saalbach-Hinterglemm auch das nächste Großereignis verpassen. Bei den Winterspielen 2022 in Peking war der Vorarlberger mit zwei Goldmedaillen und einer Silbermedaille noch der Held der Skination gewesen. Strolz fand auch in Wengen (28.) nicht zurück in die Erfolgsspur. Letzte Chance Sie alle – wie auch Adrian Pertl (14. in Wengen) und Joshua Sturm (16.) – haben am Sonntag beim Slalom am Ganslernhang in Kitzbühel noch eine allerletzte Chance, sich doch noch für ein Olympiaticket zu empfehlen. Dafür wird aber ein kräftiges Lebenszeichen notwendig sein. Stand jetzt sind Matt und Feller bei den Winterspielen in Bormio dabei, dazu kommt Allrounder Marco Schwarz , der sogar in allen Disziplinen zum Einsatz kommen könnte. Das ist womöglich auch das Plus von Joshua Sturm: Der Pitztaler, der in Wengen als 16. sein bestes Weltcupergebnis erreichte, ist der einzige Slalom-Läufer, der auch im Riesentorlauf starten könnte.