Fico und Trump führten Gespräche in Mar-a-Lago

US-Präsident Donald Trump hat am Samstag Gespräche mit dem slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico geführt, den er in seiner Residenz Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida empfing. Fico betonte laut Medienberichten vom Sonntag, dass Trump ihn im Wohnzimmer seines Privathauses empfangen habe. "In der Diplomatie wird eine solche Form des Treffens als Ausdruck von Wertschätzung und Vertrauen wahrgenommen", schrieb er in einer Stellungnahme. An dem Treffen nahmen auch US-Außenminister Marco Rubio sowie der slowakische Außenminister Juraj Blanár teil. "Wir haben uns vor allem auf die Ukraine konzentriert, und die amerikanischen Vertreter interessierten sich für unsere Positionen, weil sie wussten, dass wir nicht Brüssel nachplappern und seit Langem unsere eigenen Ansichten zum Krieg in der Ukraine vertreten", so Fico. Die slowakische Regierung lehnt militärische Hilfe für Kiew ab und verweigerte beim jüngsten EU-Gipfel - ebenso wie Ungarn - die Zusage für weitere Finanzhilfen durch die EU für das von Russland angegriffene Land. Trump kommentiert Treffen nicht "Wir haben auch die Diskussion über die Werte der EU, ihre Wettbewerbsfähigkeit sowie die Energie- und Migrationspolitik nicht vermieden, und wir waren uns alle einig, dass sich die EU in einer tiefen Krise befindet", erklärte der slowakische Premierminister. Der US-Präsident äußerte sich am Samstag nicht zu dem Gespräch. Das Treffen zwischen Trump und Fico fand just an dem Tag statt, an dem der US-Präsident acht europäischen Staaten mit Sonderzöllen im Grönland-Konflikt drohte. Fico erwähnte dieses Thema in seiner Stellungnahme nicht. Nach Angaben des slowakischen Ministerpräsidenten wurde in Florida auch über ein bilaterales Abkommen zur Gewinnung von Kernenergie gesprochen. Die beiden Staaten unterzeichneten am Freitag in Washington ein Abkommen, das den Bau eines neuen Kernkraftblocks in Jaslovské Bohunice vorsieht, rund 80 Kilometer von der Grenze zu Österreich entfernt. Die Atomanlage soll von dem US-Unternehmen Westinghouse errichtet werden. Die Kosten des Projekts werden auf rund 15 Milliarden Euro geschätzt. Mikl-Leitner zeigt sich besorgt über Bau von neuem Atomreaktor "Wir wollen in Zusammenarbeit mit amerikanischen Partnern auf dem Gelände des bestehenden Atomkraftwerks in Jaslovské Bohunice einen neuen, riesigen Block errichten, der vollständig im staatlichen Eigentum stehen soll", erklärte Fico im Vorfeld. Die Leistung des geplanten Kraftwerks wird nahezu 1.200 Megawatt betragen, was mehr als das Doppelte der heutigen Atomkapazitäten des Landes ist. US-Energieminister Chris Wright sprach bei der Unterzeichnung von einer Stärkung der europäischen Energiesicherheit für die kommenden Jahrzehnte. Fico wertete das Abkommen als klares Signal, dass beide Länder eine gemeinsame strategische Vision für die Zukunft der Energie teilen. Dabei gehe es um Sicherheit, Nachhaltigkeit und technologische Ausgereiftheit. Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) zeigte sich hingegen laut einem Bericht in der "Kronen Zeitung" am Sonntag besorgt über den geplanten Bau des Atomreaktors nahe der Grenze zu Österreich. "Dieser Atomreaktor in dieser unmittelbaren Nähe zu uns ist eine Bedrohung für unsere Familien und unsere Heimat. Atomkraft ist keine Zukunftstechnologie, sondern eine Gefahr für Europa", so Mikl-Leitner. Opposition warnt und kritisiert den Ausbau Die slowakische Opposition warnt indes, dass sich der Bau - ähnlich wie beim Kernkraftwerk Mochovce - erheblich verteuern könnte, und kritisiert, dass die Regierung sich ohne Ausschreibung für die USA entschieden habe, obwohl es sich um die größte Investition in der Geschichte des Landes handle. Die Oppositionspartei Progressive Slowakei (PS) vermisst Verhandlungen mit alternativen Lieferanten. "Schon allein die Tatsache, dass die Regierung bei der Auswahl des Lieferanten nicht auf ein transparentes Ausschreibungsverfahren zurückgegriffen hat, weckt ernsthafte Bedenken", betonte die PS. Die Oppositionsbewegung Slovensko, die vom ehemaligen Ministerpräsidenten Igor Matovič geführt wird, zweifelt, ob es sich für die Slowakei lohnt, ein neues Atomkraftwerk zu bauen. Die Produktion werde nach Ansicht von Matovič teurer sein als der Stromkauf auf dem Markt.