Österreich sucht mit Nachdruck Lösungen für die Pflegemisere. 2025 ist die Zahl der Pflegegeld-Bezieher erstmals über die Halbe-Million-Marke gestiegen. „Es gibt kaum jemanden, der nicht mit dem Thema konfrontiert ist. Entweder weil man selbst Pflege benötigt, oder jemanden betreuen bzw. pflegen muss“, erklärt Gerhard Meisriemer . Er ist der Initiator der „NÖ Pflege- und Reha-Tage 2026“. Dabei handelt es sich um eine neue Messe ( www.pflege-reha.at ), die am 13. und 14. Februar in der Wiener Neustädter Arena Nova Premiere feiert. Die Veranstaltung richtet sich bewusst nicht nur an das Fachpublikum und Pflegeeinrichtungen, sondern soll besonders Betroffenen und deren Angehörigen Antworten und einen Überblick über das bestehende Pflege- und Betreuungsangebot in Niederösterreich und darüber hinaus geben. Unfallopfer „Pflege zählt zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Unser Ziel ist es, nicht allein Probleme aufzuzeigen, sondern vor allem Lösungen sichtbar zu machen“, erklärt Meisriemer. Pflege und Rehabilitation seien Themen, die jeden treffen können. „Oft völlig unerwartet und ohne der Möglichkeit, sich vorzubereiten“. Ob nach einem Unfall, bei chronischen Erkrankungen oder altersbedingte Betreuung – irgendwann stelle sich für viele Menschen die Frage nach Unterstützung und Orientierung: Wo finde ich Hilfe? Welche Förderungen gibt es, welche Produkte und Dienstleistungen erleichtern den Alltag? Genau hier setzen die „NÖ Pflege- und Reha-Tage“ an, hieß es bei der Präsentation im Wiener Neustädter Rathaus. Die Stadt sei als Gesundheitscluster der ideale Ort, um sich dem Thema zu widmen. Die Fachhochschule hat mit dem Bachelor-Studiengang „Allgemeine Gesundheits- & Krankenpflege“ eine eigene Ausbildung für die Berufssparte. Wie Wiener Neustadts Bürgermeister Klaus Schneeberger erklärt, sei gerade Niederösterreich von der Pflegemisere und ihren Auswirkungen besonders stark betroffen. „Der demografische Wandel führt zu einem überdurchschnittlich hohen Anteil älterer Menschen, wodurch Pflege, Betreuung und Rehabilitation zu zentralen Zukunftsthemen für das Bundesland werden.“ Pflegeeinrichtungen und Reha-Anbieter präsentieren bei der Messe ihr Portfolio und geben Einblick in den Alltag moderner Versorgung. „Pflege bedeutet heute weit mehr als Betreuung. Es geht um Lebensqualität, Würde und individuelle Unterstützung – gerade bei Menschen mit komplexen Erkrankungen oder hohem Pflegebedarf“, sagt Lukas Pohl, Geschäftsführer und Heimleiter des Haus der Barmherzigkeit in Wiener Neustadt. Der Träger hat das Stadtheim vor einigen Jahren übernommen, weil sich die öffentliche Hand die Kosten für die Sanierung nicht leisten konnte. Im Nachhinein sei man extrem froh über, das Pflegeheim abgegeben zu haben, meint Schneeberger. Die Qualität der Betreuung sei dadurch auf einem neuen Level. 50 Aussteller „Moderne Pflegeeinrichtungen sind längst Kompetenzzentren, in denen medizinische, pflegerische und soziale Aspekte zusammenwirken. Veranstaltungen wie die NÖ Pflege + Reha-Tage helfen dabei, diese Angebote sichtbar zu machen und Hemmschwellen abzubauen“, meint Pohl. Vertreten sind bei den Pflege- und Reha-Tagen über 50 Aussteller, unter anderem auch Institutionen wie die Volkshilfe, Caritas, Hilfswerk, Rotes Kreuz, die AUVA und viele weitere. Auch aus Sicht der Pflegepraxis ist der Bedarf an Orientierung groß. „Viele Angehörige kommen mit sehr konkreten Fragen zu uns – oft plötzlich und ohne Vorbereitung. Es geht um Themen wie Pflegeorganisation, Entlastungsangebote oder die richtige Betreuungssituation“, sagt Andreas Balog , Geschäftsführer der Gut umsorgt GmbH Pflegekompetenzzentrum Wiener Neustadt.