Von Gernot Heigl Bevor Pakete an Häftlinge weitergeleitet werden, durchlaufen in der Justizanstalt Eisenstadt sämtliche Poststücke routinemäßig eine Röntgenanlage. So auch eine originalverpackte Schuhschachtel. Obwohl der Bildschirm lediglich ein paar neue Straßenschuhe zeigte, kam den Wachebeamten im Bereich der Sohlen "doch etwas komisch vor", schildert die stellvertretende Anstaltsleiterin, Oberstleutnant Klaudia Osztovics. "Dank der erfahrenen Kollegen, die instinktiv und mit viel Gespür gehandelt haben, konnte dadurch ein Schmuggel von zwei Mobiltelefonen und einer Uhr mit Handyfunktion verhindert werden." Beinahe perfekt getarnt Tatsächlich befanden sich die Gegenstände nämlich zwischen Deck- und Gehsohle in einem beinahe perfekt getarnten Versteck. "Die drei Geräte wurden beschlagnahmt, den Versender dieses präparierten Pakets haben wir angezeigt. Übrigens alles andere als ein Kavaliersdelikt", resümiert die stellvertretende Anstaltsleiterin. Aber auch in den Zellen der rund 200 Häftlinge finden die 40 Beamten des burgenländischen Gefängnisses immer wieder verbotene Gegenstände . Erst jüngst eine selbst gebastelte Tätowiermaschine. "Knastwein" aus Brot Sichergestellt werden konnte ebenso selbsthergestellter Alkohol. "Hierfür kommen Brotstücke oder andere hefehaltige Speisereste in Flaschen mit Obst oder Fruchtsaft, bis der Gärungsprozess einsetzt", erklärt Oberstleutnant Osztovics. Das Endergebnis ist ein übel riechender sogenannter Brot- oder "Knastwein". Um illegale Objekte innerhalb der Justizanstalt rasch aufzuspüren, "finden häufig, aber unregelmäßig und zu unterschiedlichen Zeiten intensive Kontrollen statt", so Osztovics. Seit eineinhalb Jahren keine Drogen entdeckt "Dabei werden wöchentlich sämtliche Räumlichkeiten durchsucht. Bei Verdachtsfällen handeln wir sofort." Im Einsatz stehen routinemäßig auch immer wieder Suchtgifthunde . "Das ist derart effektiv und bei den Häftlingen so gefürchtet, dass wir seit gut eineinhalb Jahren keine Drogen entdecken konnten." Besucher von Inhaftierten werden nicht nur genau gecheckt, sondern müssen auch durch eine Sicherheitsschleuse mit Metalldetektoren , um den Schmuggel verbotener Objekte ins Gefängnis zu verhindern. Taschen und Mäntel sind beim Eingang abzugeben. Zum Röntgen ins Spital Liegt ein Verdacht vor, dass "Personen mittels Körperöffnungen Gegenstände einschleusen wollen, werden diese zum Röntgen ins Krankenhaus gebracht, da unsere Bediensteten nicht selbst einschreiten dürfen", schildert Oberstleutnant Osztovics.