Digitale Folter nach Aufstand in Iran: Warten auf die blauen Häkchen

Im Iran hat sich womöglich ein brutales Massaker an zehntausenden Protestierenden ereignet – doch die Angehörigen außer Landes wissen so gut wie nichts über die Ereignisse vor Ort. Über angespannte Stunden und das Starren auf Smartphones Der blaue Haken ist eigentlich ein banales Symbol. Zwei Häkchen im WhatsApp-Chat, die sagen: Nachricht angekommen, gelesen, alles gut. In diesen Tagen ist der blaue Haken für viele Iraner:innen in Deutschland etwas anderes geworden. Es ist das Einzige, was zwischen ihnen und dem Schlimmsten steht. Es fühlt sich an wie in einem Krimi. Das Warten, das Starren auf das Handy. Dieses Wissen, dass die Internetsperre in Iran noch nicht aufgehoben ist und es ohnehin keine Möglichkeit gibt, dass ein zweiter Haken an der versendeten Nachricht auftaucht, aber dennoch diese Hoffnung, diese ständige Aktualisierung der Chats. Seit fast einer Woche ist das Internet in ganz Iran abgeschaltet. Internationale Anrufe sind blockiert; seit Dienstag können vereinzelt Menschen üb Lesen Sie mehr in der aktuellen Ausgabe des Freitag .