Neues Preisradar für Lebensmittel

Milch, Käse und Eier sowie Fleisch: Das waren im Vorjahr die größten Preistreiber im Bereich Grundnahrungsmittel mit mehr als fünf Prozent Zuwachs. Bei Kaffee (ein Genussmittel) waren es hingegen plus 19,4 Prozent infolge international gestiegener Rohstoffpreise. Der anhaltenden Diskussion über starke Preissteigerungen bei Lebensmitteln will die Statistik Austria mit einem neuen Tool eine sachlich fundierte Grundlage liefern. Wer also genau die Entwicklung der Lebensmittelpreise analysieren will, kann dies ab sofort unter https://www.statistik.at/preisradar tun. Die Entwicklung der Preise von rund 100 Lebensmitteln – von Reis über Gebäck und Brot sowie Fischstäbchen bis hin zu Senf und Ketchup – werden über die vergangenen zwei Jahre abgebildet. Vergleiche mit Großhandels- oder Erzeugerpreisen sind ebenso möglich wie mit jenen ausgewählter Nachbarländer (auf Produktgruppenbasis). Laut Statistik-Austria-Generaldirektorin Manuela Lenk haben sich bei einigen Produkten Preisspitzen in der Oster- und Weihnachtszeit gezeigt. Nicht geboten wird jedoch eine Übersicht, welche Supermarktkette die billigsten Produkte anbietet. Wie berichtet, plant die Regierung eine Senkung der Mehrwertsteuer bei ausgewählten Grundnahrungsmitteln von 10 auf 4,9 Prozent (siehe Bericht rechts). „Wenn die Senkung 1:1 weitergegeben wird, bringt das für die Inflation 0,15 Prozentpunkte im Maximalfall. Viel mehr ist da nicht zu holen“, sagt Wifo-Chef Gabriel Felbermayr. „Da ist noch viel mehr zu tun“, vor allem beim Wettbewerb im Lebensmittelhandel und beim Österreich-Aufschlag. Und weiter: „Die 400 Millionen Euro zur Gegenfinanzierung muss man erst finden.“ Es sei aber gut, dass die Grundnahrungsmittelpreise gesenkt werden, denn die gelebte und tatsächliche Inflation würden auseinanderklaffen. Es bestehe daher die Hoffnung, dass die Menschen wahrnehmen, dass die Lebensmittelpreise sinken und dadurch die Stimmung besser werde. Das Wifo rechnet für heuer mit im Durchschnitt 2,6 Prozent Inflation nach 3,6 Prozent im Vorjahr. Freizeit Lebensmittel sind jedoch nicht die größten Preistreiber. Noch davor an zweiter Stelle liegen Preise in Restaurants und Hotels, die sich um 5,8 Prozent erhöhten. Die Preise für Freizeit und Kultur stiegen um 3,4 Prozent und damit kräftiger als im Jahr zuvor. Pauschalreisen zogen um 6,6 Prozent an. Mieten (inklusive Neuvermietungen) wiederum legten mit plus 4,3 Prozent deutlich weniger stark zu als im Vorjahr. An der Spitze stehen Energiepreise, die 2025 um 11,1 Prozent stiegen, nachdem sie im Jahr zuvor dank diverser staatlicher Eingriffe noch um 6,9 Prozent gesunken waren. „Ohne Aus der Strompreisbremse und der Erhöhung der Netzgebühren hätte die Inflation 2,9 Prozent betragen“, sagt Lenk. Innerhalb der Eurozone ist Österreich das Land mit der fünfthöchsten Inflationsrate. Im Durchschnitt waren es im Dezember 1,9 Prozent.