Zunächst deutet alles auf einen Streit in der Unterwelt hin, als eine Reihe von Morden im Rotlichtmilieu die Dortmunder Ermittler auf den Plan rufen. Doch bald zeigt sich die politische Komponente des Falls: Einer der Toten wurde wegen Kriegsverbrechen in Bosnien verurteilt. Für Rosa Herzog ist der Einsatz aber auch aus einem anderen Grund ein besonderer: Er ist ihr Letzter. Mit „Schmerz“ (heute, Sonntag, 20.15 Uhr, ORF 2) nimmt Stefanie Reinsperger nach fünf Jahren als Rosa Herzog und elf Fällen mit Jörg Hartmann als Peter Faber Abschied vom Dortmunder „Tatort“ . Und das mit einem komplexen Fall: Wer die letzten Folgen aus Dortmund nicht gesehen hat, sollte sich während des "Tatort"-Intros schnell noch Stift und Papier zum Mitschreiben zurechtlegen. Offene Fragen Da wären zum einen die aktuellen Morde und die verängstigte Zeugin, eine aus Bosnien stammende Prostituierte, die kurz vor dessen Tod noch bei einem der Opfer war. Die Leiterin der Mordkommission Ira Klasnic (Alessija Lause) baut über die gemeinsame Herkunft schnell eine Verbindung zu der jungen Frau auf: Beide verbindet eine traumatische Geschichte mit ihrer Heimat Bosnien, es geht um systematische Vergewaltigungen während des Krieges. Das wäre an sich schon Stoff genug für einen 90-Minüter, aber dazu kommt noch der Abschied von Reinsperger. Deren Rosa Herzog ist zunächst mit der Beziehung zu ihrem Kollegen Otto beschäftigt. Gleichzeitig schickt das LKA den nicht locker lassenden Daniel Kossik (Stefan Konarske), der Fragen zum Mord am KTU-Leiter Sebastian Haller hat. Dieser ist vor zwei Folgen geschehen und wirft kein gutes Licht auf Herzog und ihr drinnen wie draußen Parka tragender Kollege Faber: Beide stehen unter Verdacht. Am Ende lösen sich die offenen Fragen auf – und es werden einige Tränen vergossen. Tränen auch am Set Über den Ausstieg aus der Krimi-Reihe sagte Reinsperger im Herbst zum KURIER: „Manchmal muss man den Mut haben, schöne Dinge loszulassen und Raum für noch Unbekanntes schaffen.“ Zur Entscheidung hätte sie einerseits ihr Engagement am Burgtheater und der damit verbundene Umzug nach Wien im Vorjahr bewogen. Zudem sei die Zeit für andere Filmprojekte durch den „Tatort“ auch „sehr begrenzt“ gewesen. In ihrer Rolle als TV-Kommissarin habe sich Reinsperger sehr wohlgefühlt: „Es war spannend, die Figur immer wieder in Beziehung zu anderen Regisseurinnen und Regisseuren oder Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren zu setzen und zu schauen, wie sie sich entwickelt. “ Dementsprechend emotional sei auch der Tag gewesen, an dem ihre Abschiedsszene entstand: Da habe sie „schon in der Früh in der Maske geweint“. Auch wenn die Entscheidung zu gehen schon lange vorher feststand, „wird einem beim Drehen dann noch mal bewusst: Arg, das ist jetzt das letzte Mal, dass ich das Kostüm dieser Figur anhabe.“ ( Das ganze Interview mit Stefanie Reinsperger können Sie hier nachlesen. )