Angesichts der unklaren Lage im Zollstreit mit den USA hat der EU-Abgeordnete Bernd Lange eine Verschiebung der für diese Woche geplanten Abstimmung über das Handelsabkommen gefordert. "Reines Zollchaos seitens der US-Regierung", schrieb der Sozialdemokrat am Sonntag auf der Plattform X. "Niemand kann sich mehr einen Reim darauf machen." Er werde dem Verhandlungsteam des Parlaments daher am Montag vorschlagen, die Arbeit auszusetzen, bis eine umfassende rechtliche Bewertung und klare Zusagen der US-Seite vorlägen. Die Bedingungen des im Juli im schottischen Turnberry vereinbarten Abkommens und die Rechtsgrundlage hätten sich geändert. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag als Reaktion auf ein Urteil des Supreme Court vorübergehende Sonderzölle in Höhe von 15 Prozent verhängt. Das Gericht hatte Trumps globale Zölle gekippt. Die Unsicherheit hat internationale Folgen: Indien verschob nach Informationen aus dem dortigen Handelsministerium einen für diese Woche geplanten Besuch einer Delegation in Washington. Die Absage sei eine direkte Reaktion auf das Urteil und die neuen Zölle, hieß es. Die EU und die USA hatten sich im Juli auf ein Abkommen zur Vermeidung eines Handelskriegs verständigt. Dieses sieht vor, dass die EU ihre Einfuhrzölle auf viele US-Produkte streicht.