Wie heute bekannt wurde, plant der ORF für Dienstag, den 3. März um 20.15 Uhr (ORF 2) ein großes Interview zu "einem Jahr Regierung". Das Dreiergespräch mit Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) und Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (Neos) wird somit am "Universum"-Sendeplatz stattfinden, danach, um 21.20 Uhr ist der "Report" programmiert. Das Datum ist nicht willkürlich gewählt. Am 3. März 2025 wurde die erste Dreierkoalition in Österreich angelobt. "Der Weg dorthin war nicht ohne Schwierigkeiten, das erste Jahr voller Herausforderungen", heißt es in der Programmankündigung. "Mit Kritik an der Regierung wurde von Seiten der Opposition nicht gespart. Aber auch intern kommt immer wieder Sand ins Getriebe. Jüngster Konfliktpunkt: die Wehrdienstverlängerung." Susanne Schnabl und Klaus Webhofer werden kommenden Dienstag demnach fragen: "Was ist der Koalition gelungen? Was hat sich für die Österreicher:innen tatsächlich verbessert und was kommt auf sie zu?" Bevor der ORF noch eine Aussendung zu dem Interview verschickt hat, kommt bereits Kritik von der FPÖ. Generalsekretär Christian Hafenecker spricht in einer Aussendung von einem "ORF-Sündenfall" und "Propaganda zur besten Sendezeit statt Information“. Der ORF räume den Hauptabend für eine "Selbstbeweihräucherungs-Show der unbeliebtesten Regierung aller Zeiten frei", schreibt Hafenecker. Der FPÖ-Politiker fügt hinzu: „Schon die Übertragung der Stocker-Neujahrsrede als ‚ZiB Spezial‘ war ein Skandal, der nun mit dieser peinlichen Jubel-Sendung noch getoppt wird. Der ORF agiert immer mehr als Regierungsfunk und vergisst dabei völlig auf seine Kontrollpflicht.“ In seiner Neujahrsrede vor ÖVP-Parteikolleginnen und -kollegen kündigte Stocker u.a. an, eine Volksbefragung zum Thema Wehrdienstverlängerung abhalten zu wollen.