Nach Wien und Graz zieht nun auch Oberösterreich nach. Das Kepler Universitätsklinikum in Linz setzt einen wichtigen Schritt im Opferschutz: Seit Jänner gibt es nun auch am Campus der Linzer Uniklinik eine Gewaltambulanz . Damit wurde der Auftrag des Landes Oberösterreich, eine zentrale Anlaufstelle für von Gewalt betroffene Menschen zu schaffen, umgesetzt. Ziel ist es, Betroffenen rasch und niederschwellig Hilfe anzubieten – unabhängig davon, ob eine Anzeige erfolgt. „Mit der Gewaltambulanz haben wir eine zentrale Anlaufstelle für Opfer von Gewalt geschaffen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit und Prävention“, betont Karl-Heinz Stadlbauer, Ärztlicher Direktor des Kepler Universitätsklinikums . 24/7-Erreichbarkeit Die neue Einrichtung ist derzeit räumlich im Bereich der Unfallambulanz angesiedelt. Dort steht eine speziell ausgebildete Forensik Nurse zur Verfügung. Sie unterstützt Betroffene, arbeitet in enger Abstimmung mit einem Gerichtsmediziner bei der Spurensicherung und sensibilisiert das Personal im Umgang mit Gewaltopfern. Außerhalb ihrer Dienstzeiten übernehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Fachambulanzen die Versorgung nach akuten Gewaltereignissen, womit eine 24/7-Erreichbarkeit gewährleistet ist. „Die Gewaltambulanz ist ein wichtiger Schritt für den Schutz von Gewaltopfern und ein klares Bekenntnis zu einer Gesellschaft, in der Gewalt keinen Platz hat. Sie verbindet medizinische Versorgung mit Prävention, Rechtssicherheit und Menschlichkeit – genau das brauchen Betroffene“, sagt Gesundheits- und Frauenlandesrätin LH-Stellvertreterin Christine Haberlander, ÖVP. Die Gewaltambulanz arbeitet interdisziplinär: Neben der Unfallchirurgie sind auch Fachbereiche wie Gynäkologie, Kinderheilkunde, Kinderchirurgie, Psychologie und Sozialarbeit eingebunden. Spurensicherung & Dokumentation Die Aufgaben der Gewaltambulanz gehen über die Akutversorgung hinaus. Sie umfasst die gerichtsfeste Dokumentation und Spurensicherung , die Beratung und Weiterleitung an Opferschutzeinrichtungen sowie die Schulung des medizinischen Personals . Langfristig soll die Einrichtung zu einem umfassenden Zentrum für klinisch-forensische Versorgung ausgebaut werden.