Wer früher unter Leute kommen und Neuigkeiten erfahren wollte, fand sich häufig im Wirtshaus ein. Mit bodenständigen Speisen und vertrauten Gesichtern galten die traditionellen Lokale gewissermaßen als zweites Wohnzimmer. In einer digitalisierten Welt sind Kontakte und Informationen jederzeit zugänglich – besonders für junge Menschen. In traditionellen Gasthäusern sind die Vertreter der Generation Z, sprich zwischen 1995 und 2010 Geborene, heute seltener anzutreffen. Ein Entwicklung, der die Wirtshauskultur mit einem neuen Eventformat entgegenwirken will. Anfang März findet erstmals die Aktionswoche "Yap & Dine", zu Deutsch "Tratschen und Essen", statt. Teilnehmende Wirtshäuser servieren Vier-Gänge-Menüs, die aus mehreren Gerichten bestehen und zum Teilen in der Tischmitte serviert werden. Auf Wunsch sind vegane oder vegetarische Varianten und antialkoholische Getränkebegleitungen möglich. Die Gerichte sollen nicht nur geschmacklich moderne Wirtshausküche widerspiegeln, sondern auch visuell überzeugen – ästhetisch, fotogen sprich: "instagramtauglich". Kommt das Angebot gut an, ist eine weiterer Durchgang im Herbst geplant. "Jungen Leuten etwas anbieten" Im Vinzenz Pauli sind jüngere Gäste bereits jetzt keine Seltenheit. Das traditionsreiche Lokal hinter dem St. Pöltner Alpenbahnhof beteiligt sich dennoch an der Initiative. Man wolle als "Zugpferd" mit Gutem Beispiel voran zu gehen, so Küchenchef Werner Punz. Und: "Wir sind gefragt, für die jungen Leute etwas anzubieten, damit sie wieder zu uns kommen." Freilich könne man den Wirten nichts vorschreiben. Wer den Wünschen seiner Gäste nicht nachkomme, brauche sich allerdings nicht zu wundern, wenn das Wirtshaus leer bleibt.