Wie KI-Agenten zum Finanzcrash führen könnten

Das Szenario ist dystopisch. Die US-Prognosefirma Citrini Research , die es am Montag auf der Online-Plattform Substack veröffentlicht hat, hält es für möglich, dass es bereits in zwei Jahren eintreten könnte. Skizziert wird darin eine nahe Zukunft, in der autonome KI-Systeme die Wirtschaft kollabieren, die Arbeitslosigkeit steigen und die Welt in eine Finanzkrise schlittern lassen. Zwar ist das Gedankenspie l hochspekulativ . Für Aufsehen sorgte es dennoch. Verschreckt hat es auch Investoren. Die Aktien von US-Unternehmen wie American Express, Mastercard oder Uber gaben in den vergangenen Tagen zeitweise bis zu sechs Prozent Prozent nach. Was wird in dem Szenario konkret beschrieben? KI-Agenten, die selbstständig Aufgaben erledigen und auch Hilfsmittel dazu programmieren können, lassen zunächst Software-Unternehmen und später auch viele andere wirtschaftliche Bereiche zusammenbrechen. Weil auch von Konsumenten zunehmend herangezogen werden und sie als persönliche Agenten nutzen, werden Vermittlerrollen wie sie etwa Reisebüros oder Mobilitätsplattformen eingenommen haben, überflüssig. Auch Zahlungsdienstleister werden obsolet, weil die Agenten zu dem Schluss kommen, dass Transaktionskosten bei Kryptowährungen deutlich geringer sind, ist in dem "Die globale Finanzkrise 2028 - Eine Gedankenspielerei zur Finanzgeschichte aus der Zukunft" betiteltem hochspekulativen Papier zu lesen . "Geister-BIP" Daraus ergibt sich eine Spirale, die zur Folge hat, dass 50 Prozent der Bürojobs verschwinden, die Löhne sinken , der Konsum einbricht und auch Kredite nicht mehr zurückgezahlt werden können. Zwar steigt die Produktivität, davon ist aber in der Realwirtschaft nicht viel zu merken. Die Autoren sprechen von einem "Ghost GDP" also einem "Geister-BIP". Die Bremsmechanismen durch die Politik versagen. Auch weil das System eine solche Krise nicht ausgelegt ist, heißt es. Das Ganze gipfelt in einem veritablen Aktiencrash , der fast 60 Prozent des Wertes des US-Aktienindexes S&P 500 ausradiert und schließlich Tausende Leute dazu bringt, die Büros von Firmen wie OpenAI und Anthropic zu belagern. "Virale Untergangsstimmung" Die den KI-Agenten zugeschriebenen Fähigkeiten werden von Experten auch in den nächsten Jahren als deutlich geringer eingeschätzt, als in dem Text dargestellt. Mehr als ein Gedankenspiel ist ein solches Szenario sicherlich nicht. Dennoch waren  Auswirkungen an den Aktienmärkten zu spüren. In Kommentaren ist von einer "viralen Untergangsstimmung" die Rede, die zunehmend auch die Märkte beeinflusst. Solche Themen könnten Marktbewegungen auslösen, wird der Vermögensverwalter Stephen Innes von SPI Asset Management vom "Guardian" zitiert. Ein weit verbreiteter Artikel reiche offenbar schon aus, um den Aktienmarkt aus der Bahn zu werfen. Künstliche Intelligenz sorgte zuletzt wiederholt für Irritationen an den Aktienmärkten. Die Ankündigung neuer KI-Werkzeuge der Firma Anthropic löste Anfang Februar Kursverluste bei Software-Titeln aus. Teure Softwarelizenzen könnten dadurch überflüssig, viel Arbeit durch KI erledigt werden, hieß es.