Die Saudi Electricity Company (SEC), weltweit grösste Eigentümerin von Gaskraftwerken und weitgehend im Besitz Saudi-Arabiens, gab im Oktober bekannt, in Kuraijah am Persischen Golf ein Gaskraftwerk mit einer Kapazität von über 3000 Megawatt zu bauen. Das grösste Kraftwerk der Schweiz, das AKW Leibstadt, leistet knapp 1300 Megawatt. Involviert in das Projekt ist auch die Schweizerische Exportrisikoversicherung (SERV), jene öffentlich-rechtliche Organisation also, die Geschäfte von Schweizer Firmen mit Ländern versichert, die als politisch und wirtschaftlich heikel gelten. Im vorliegenden Fall geht es um die Schweizer Tochter des US-Mischkonzerns GE Vernova. Dass die SERV dessen Beteiligung am saudischen Gaskraftwerk versichert, ist höchst fragwürdig. An der Uno-Klimakonferenz in Glasgow im November 2021 unterzeichneten 35 Länder die Clean Energy Transition Partnership (CETP), darunter auch die Schweiz. Die Vereinbarung verpflichtete öffentlich-rechtliche Versicherungen, ab Ende 2022 keine Projekte zur Förderung fossiler Brennstoffe mehr zu versichern. Während viele Staaten dem nachgekommen sind, hält sich die Schweiz in keiner Weise daran. Darum überreichte am Mittwoch eine Gruppe von 23 NGOs dem SERV-Verwaltungsrat einen Protestbrief. Seit 2023 habe die Organisation ihre vorläufige oder definitive Unterstützung für zehn Gaskraftwerke zugesagt, heisst es darin. «Diese Kraftwerke werden schätzungsweise 20 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr ausstossen – etwa die Hälfte der gesamten nationalen Emissionen der Schweiz.» Das NGO-Bündnis fordert von der SERV ein Ende der Förderung von internationalen Gasprojekten, die «der Glaubwürdigkeit der Schweizer Aussen-, Umwelt- und Klimapolitik» schade. Nachtrag zum Artikel «Im Zweifelsfall gegen das Klima» in WOZ Nr. 44/25 .