Adelsexpertin Bischoff: So hat König Charles die Monarchie gerettet

Seit dem 8. September 2022 ist Charles III. (77) König von Großbritannien und Nordirland sowie von den Ländern des Commonwealth. Nach der 70-jährigen Regentschaft seiner Mutter Queen Elizabeth II. (gest. 2022) war Charles mit 74 Jahren der älteste König in der britischen Geschichte, als er den Thron bestieg. In der Adelsexpertin und KURIER-Kolumnistin Lisbeth Bischoff reifte daher die Idee für das Buch "King Charles – Kein Mann der zweiten Reihe" (Amalthea, 29 Euro), das soeben erschienen ist. "Ich war sehr neugierig, wie er das Königsein nach seiner Mutter, die doch sehr berühmt und beliebt war, anlegt", so Bischoff. Falsches Bild von Charles Außerdem sei ihre Motivation gewesen, "das falsche Bild, das man von Charles seit Diana hat, richtigzustellen und zu zeigen, in welche Umgebung er hineingeboren wurde." Bei den Österreich-Besuchen von Charles (1986 mit Diana, 2017 mit Camilla) war Bischoff dabei und meint, dass die beiden Auftritte wohl nicht unterschiedlicher hätten sein können. "Ganz klar ist, dass beim Wien-Besuch von Charles und Diana alle nach Diana gerufen haben. Charles hat keine Rolle gespielt. Das war bei Camilla und Charles nicht so, überhaupt nicht. Das war kein Konkurrenzkampf." Als Charles 2017 die österreichische Hauptstadt besuchte, hatte Lisbeth Bischoff auch die Möglichkeit, ihn etwas persönlicher kennenzulernen, da sie ihn exklusiv mit der ORF-Kamera begleiten durfte. "Charles hat alles über mich gewusst. Er war total gebrieft." Ein sehr skurriles Erlebnis hatte sie auch, als sie im Zuge des Wien-Aufenthalts mit den Königlichen Hoheiten die Konditorei Demel besuchte und dort überraschenderweise "normale" Gäste vorfand. Es stellte sich allerdings schnell heraus, dass es sich hierbei um Statisten handelte. Eine Sache, mit der König Charles III. völlig anders umgeht als die verstorbene Queen, ist der Skandal um seinen Bruder Andrew Mountbatten-Windsor . Vorwürfe gegen Andrew Denn als die ersten Vorwürfe rund um Andrew laut wurden, hat er sich damals quasi auf dem schottischen Landsitz von Queen Elizabeth II. versteckt, die zu dieser Zeit dort verweilte. Der Grund dafür? "Die Queen darf nicht verhaftet werden und alle, die mit der Queen auf demselben Grundstück sind, dürfen nicht verhaftet werden. Jetzt darf eben Charles als König nicht verhaftet werden. Er hätte also auch die Möglichkeit gehabt, seinen Bruder vor einer Festnahme zu schützen. Das hat er aber nicht getan, er hat seinen Bruder fallen gelassen." Bischoff ist auch überzeugt davon: "Durch die Distanz zu Andrew hat Charles die Monarchie gerettet." Was sie eher für unwahrscheinlich hält, ist eine Versöhnung von Charles mit seinem Sohn Prinz Harry. "Der Konflikt zwischen Harry und seiner Familie ist schon etwas groß. Eine Lösung zu finden, wird schwer. Vor allem wenn man, wie Harry, so öffentlich das Königshaus beschimpft und anprangert."