Der frühere Prinz Andrew , der wegen seiner Beziehungen zu Sexualstraftäter Jeffrey Epstein alle royalen Titel und Ehren verloren hat, war am Donnerstagmorgen an seinem 66. Geburtstag von der Polizei vorübergehend festgenommen worden. Erst am Abend kam er wieder auf freien Fuß. Seither ist er in seinem neuen Zuhause auf dem Gelände von Schloss Sandringham in Ostengland abgetaucht, wohin er auf Geheiß von König Charles III. vor rund zwei Wochen ziehen musste. Die erste Festnahme eines Mitglieds der königlichen Familie seit Jahrhunderten erschüttert die britische Monarchie. König Charles hatte nach der Festnahme seines Bruders erklärt, das Gesetz müsse "seinen Lauf nehmen" und den Ermittlern die volle Unterstützung des Königshauses zugesichert. Druck auf Royal steigt: "Die britische Öffentlichkeit hat viele Fragen" "Ohne Frage ist dies der größte königliche Skandal des letzten Jahrhunderts", kommentiert Historiker Gareth Russell die Sachlage gegenüber dem Magazin UsWeekly . Der Druck auf das Königshaus, im Fall Andrew Stellung zu beziehen, ist seit Veröffentlichung der Epstein-Akten erheblich gestiegen. Adelsexperten sind sich sicher: Hinter den Palastmauern dürfte daher derzeit die Sorge darüber vorherrschen, wie sehr die Enthüllungen über Andrew Mountbatten-Windsor der Reputation der Monarchie schaden könnten. "Die Monarchie hängt vom Vertrauen, dem Wohlwollen und der Zuneigung des britischen Volkes ab. Der Fall Epstein und insbesondere Andrews Verwicklung darin haben dieses Band wirklich bis zum Zerreißen strapaziert", stellt Königshausexperte Christopher Andersen fest. Auch Adelsexperte Omid Scobie äußert, dass Andrews Verbindungen zu Epstein beweise, dass "viel mehr vor sich ging, als wir dachten". "Die britische Öffentlichkeit hat viele Fragen, und irgendwann müssen einige dieser Fragen beantwortet werden", so Scobie gegenüber UsWeekly . "Sie hat weggeschaut": Wie viel wusste die Queen? Die Entwicklungen in der Causa würden auch das Erbe der verstorbenen Königin Elizabeth II. gefährden, die bis zu ihrem Tod ihre schützende Hand über ihren Lieblingssohn Andrew gehalten hatte. Dazu PR-Experte David E. Johnson : "Viele Menschen werden sich fragen: 'Warum hat sie nicht mehr unternommen?' Das geht schon seit langer Zeit so. Sie hat weggeschaut." So wurde in der Vergangenheit viel darüber spekuliert, ob die Queen ihren zweitältesten Sohn bei der Einigung mit Klägerin Virginia Guiffre finanziell unterstützte. Der Telegraph berichtete damals, es werde Geld der Queen aus dem Duchy-of-Lancaster-Anwesen in die Zahlungen fließen. Mehr über Andrews finanzielle Einnahme-Quellen erfahren Sie hier: Andrew einigte sich 2022 außergerichtlich mit Epstein-Opfer Giuffre, um eine Zivilklage wegen sexuellen Missbrauchs abzuwenden. Der geschätzte Gesamtbetrag belief sich auf rund 12 Millionen Pfund (ca. 14-15 Millionen Euro), wobei ein Teil an eine Wohltätigkeitsorganisation floss. Die inzwischen verstorbene Giuffre hatte Andrew vorgeworfen, sie mehrmals missbraucht zu haben - Anschuldigungen, die der ehemalige Duke of York bestreitet. Der britische Autor Andrew Lownie behauptet außerdem, dass Andrew jahrelang Sexarbeiterinnen in den Buckingham Palace mitgebracht haben soll. "Er brachte jahrelang Prostituierte in den Buckingham Palace. Das geschah regelmäßig. Angestellte beschwerten sich bei ihren Vorgesetzten, aber es wurde nichts unternommen", erzählte er g egenüber NewsNation. Auch Lawnie ist sich sicher: "Natürlich wusste die Königin von Andrews Neigungen. Sie wurde informiert. Aber er war ihr Lieblingssohn und kam mit allem davon. Man hat es vertuscht – bis jetzt." König Charles hat nun die unschöne Aufgabe, den Scherbenhaufen aufzuräumen. Trotz der Vorwürfe gegen das Königshaus, nicht schon früher drastischere Maßnahmen gegen Andrew ergriffen zu haben, wurde Charles' Erklärung zur Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden laut Historiker Gareth Russell in Summe positiv aufgenommen - auch wenn sie etwas "zu kurz und zu spät" kam. Zur Verteidigung des Königs merkt Russell an, dass Charles das Chaos um Andrew von seiner Mutter übernommen habe und nun die Konsequenzen trage. Welche Strategie verfolgt man nun hinter den Palastmauern? Angesichts der Diskussionen darüber, wie viel das britische Königshaus über Andrews Fehltritte tatsächlich gewusst hat, stellt sich indes die Frage, wie man hinter den Palastmauern nun mit Andrew umzugehen gedenkt. Insidern zufolge soll sich Charles inzwischen klar von seinem Bruder distanziert haben. Andere ranghohe Royals würden es ihm gleichtun. "Seit der Veröffentlichung der neuesten Epstein-Akten hat niemand mehr mit ihm gesprochen", zitiert UsWeekly einen royalen Insider. Obwohl sich der König bei den Ermittlungen gegen seinen Bruder kooperativ zeigt, legt man Wert darauf zu betonen, dass die Verhaftung von Andrew Mountbatten-Windsor für ihn und den Rest der Familie aber unerwartet gekommen sei. Ein Sprecher von Charles sagte, der Buckingham-Palast sei nicht darüber informiert worden, dass die Verhaftung stattfinden würde. "Sie wurden alle überrascht", pflichtet eine Quelle bei, die beteuert, dass der Monarch vor Andrews Festnahme nicht mit diesem gesprochen habe. Charles ließ nach der Festnahme seines Bruders verkünden: " Ich habe mit großer Besorgnis die Nachrichten über Andrew Mountbatten-Windsor und den Verdacht auf Amtsmissbrauch zur Kenntnis genommen. Und weiter: "Was nun folgen wird, ist ein umfassender, fairer und ordnungsgemäßer Prozess, in dessen Rahmen diese Angelegenheit von den zuständigen Behörden in angemessener Weise untersucht wird. Wie ich bereits versichert habe, können Sie auf meine uneingeschränkte Unterstützung und Zusammenarbeit zählen. Lassen Sie mich klar sagen: Das Gesetz muss seinen Lauf nehmen. Solange dieser Prozess andauert, wäre es nicht richtig, wenn ich mich weiter zu dieser Angelegenheit äußern würde. In der Zwischenzeit werden meine Familie und ich unsere Pflicht und unseren Dienst für Sie alle weiterhin erfüllen", hieß es in einem umfassenden Statement. Prinz William und Prinzessin Kate sollen die Erklärung des Königs voll und ganz unterstützen. Der Skandal würde das Thronfolgerpaar in seiner Haltung bestärken, "Reputationsrisiken nicht zu tolerieren", bemerkt eine Quelle. "Sie sind angewidert und entsetzt über das, was ans Licht gekommen ist", heißt es. Es kann angenommen werden, dass William und Kate um jeden Preis vermeiden wollen, dass ihre Zeit auf dem Thron von dem Skandal überschattet wird. William und Kate hatten am 9. Februar über einen Sprecher erklären lassen, dass sie "zutiefst besorgt über die anhaltenden Enthüllungen" seien und ihre Gedanken weiterhin bei den Opfern seien. Dazu PR-Experte Johnson: "Ich gehe davon aus, dass William und Kate nun wirklich in den Vordergrund treten und das Krisenmanagement übernehmen werden."