Der seit Monaten andauernde Streit um die Versorgung von Gastpatienten ging am Mittwoch in die nächste Runde. Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) hat Zahlen des Dachverbands der Sozialversicherungsträger ins Treffen geführt. Konkret geht es dabei um den Anteil der Gastpatienten in Wien aus dem niedergelassenen Bereich, bisher war hauptsächlich von Spitalspatienten die Rede. Man wolle keine Kritik an der Versorgung üben, sagt ein Sprecher zum KURIER, aber sehr wohl die Leistungsfähigkeit des Systems in Wien hervorheben, die oft bemängelt wird. In Zahlen bedeutet das: Im Jahr 2024 wurden in ganz Österreich rund 8.384.000 Patientinnen be i niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten behandelt. Rund 2.995.000 davon in Wien. Insgesamt werden also 35,73 Prozent aller Patientinnen und Patienten im niedergelassenen Bereich in Wien behandelt. Die meisten davon stammen aus Wien selbst, nämlich rund 1.774.000 Patienten. Danach folgen 951.500 Niederösterreicher . Auf Platz drei folgen Patienten aus dem Burgenland , die mit 121.900 Personen im Vergleich zu Niederösterreich eine untergeordnetere Rolle spielen (siehe auch Grafik). Ärztedichte Interessant ist auch die Tatsache, dass 58,77 Prozent aller Niederösterreicher, die niedergelassene Ärzte aufgesucht haben, in Wien behandelt wurden. Bei der Ärztedichte im kassenärztlichen niedergelassenen Bereich belegt Wien nur den zweiten Platz. Die Nase vorne hat hier das Burgenland mit 86,1 Ärzten auf 100.000 Einwohner. Bei Wien liegt der Wert knapp dahinter auf 84,7. In Wien betont man aber, dass der Wert seit 2021 aber von 81,6 auf eben 84,7 niedergelassene Kassenärzte pro 100.000 Einwohner gestiegen ist – das entspricht einem Anstieg von 3,7 Prozent. Im gleichen Zeitraum sei in Burgenland der Wert um 6,2 Prozent gesunken. Die geringste Dichte haben Niederösterreich (70,1) und Oberösterreich (66,8). Kritik an Schwarz-Blau Während man die Versorgung der Patienten in den Ordinationen nicht infrage stellen wolle, will man anderer Stelle sehe wohl Kritik üben, wie in den Unterlagen des Büros Hacker ersichtlich ist. Es sei anzumerken, „dass die ärztliche Versorgungsdichte im niedergelassenen kassenärztlichen Bereich seit der ÖGK-Reform durch Schwarz-Blau 2019 überall drastisch eingebrochen ist.“ Wien sei zwar das einzige Bundesland, das ab dem Jahr 2021 eine Trendumkehr eingeleitet habe, aber auch die Bundeshauptstadt habe sich noch nicht restlos erholt. Seit 2024 und 2025 will, die Stadt mit dem Ausbau der regionalen Gesundheitszentren für einen weiteren Aufwärtstrend sorgen. Die Effekte dieses Ausbaus werden aber erst im Monitoringbericht im Juni 2026 in der Statistik ersichtlich sein. Im Hacker-Büro gibt man sich aber optimistisch: „Es ist davon auszugehen, dass sich die Entwicklung in den anderen acht Bundesländern weiter fortgesetzt hat, während sie in Wien wohl weiter nach oben zeigt.“