Obwohl Norbert Hofer der (Landes-)Politik schon halb den Rücken gekehrt hat und neben seiner Tätigkeit bei der Emerald Horizon AG nur noch einfacher Abgeordneter im Landtag ist, fürchtet die SPÖ den Blauen unvermindert. Kaum hatte die Staatsanwaltschaft Wien die Auslieferung von Hofer begehrt, um wegen seines „Koran-Sagers“ bei einer Wahlkampfveranstaltung 2020 doch noch gegen ihn ermitteln zu können, schnellte der Daumen von SPÖ-Klubchef Roland Fürst hoch. Mit dem grünen Koalitionspartner sind die Roten für die Auslieferung – obwohl Rot und Grün im Nationalrat dagegen waren. Die Staatsanwaltschaft wollte schon vor sechs Jahren wegen Verhetzung und Herabwürdigung religiöser Lehren ermitteln, der Nationalrat lehnte aber einstimmig ab. Hofers Äußerung, wonach der „Koran gefährlicher“ sei als Corona, sei im Rahmen seiner politischen Tätigkeit gefallen. Dass der Pinkafelder im Burgenland populär ist, hat Hofer 2016 bei der Bundespräsidentschaftswahl gezeigt. Bei der Landtagswahl 2025 kam er mit 29.600 Vorzugsstimmen auf der Landesliste Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) mit 48.000 am nächsten. Seither versuchen die Roten, den Blauen „auf Distanz zu halten“. „Lex Hofer“ Kurz nach der Wahl holte Doskozil den Zaunbau um Hofers Haus 2016 aus der Mottenkiste. Dann wurden zwei Gesetze geändert . Mandatare und Regierungsmitglieder sollen schon bei einer rechtskräftigen Anklage (nicht Verurteilung) das Amt ruhend stellen – gegen Hofer wird seit Langem wegen Inseraten aus der Zeit der türkis-blauen Bundesregierung ermittelt. Und ein Klubchef darf nun keinen weiteren Beruf mit Erwerbsabsicht mehr ausüben. Hofer musste den Klubvorsitz zurücklegen, um das Jobangebot aus der Privatwirtschaft annehmen zu können. Vielleicht muss er bald auch das Mandat ruhend stellen. Die SPÖ reibt sich schon die Hände.