Lawinen: Fahrlässigkeit "muss in der Geldtasche richtig wehtun"

Die Tiroler Sicherheitslandesrätin Astrid Mair (ÖVP) hat Regressforderungen bei Lawineneinsätzen in Verbindung mit grober Fahrlässigkeit in den Raum gestellt. Mair forderte am Donnerstag laut ORF Tirol ein Aus für eine geortete " Vollkaskomentalität ". Wer leichtfertig und trotz Warnungen - etwa bei Lawinenwarnstufe vier - in s Gelände fahre und einen Sucheinsatz auslöse, der müsse das finanziell spüren . Denkbar sei, dass Versicherungen in solchen Fällen aussteigen , so Mair. "Wenn Tourengeher oder Variantenfahrer bei Stufe vier im Gelände einen Einsatz auslösen, sollen sich die Versicherungen ihr Geld zurückholen", forderte die Sicherheitslandesrätin: "Grob fahrlässiges Verhalten muss in der Geldtasche richtig wehtun, dann merkt man es sich vielleicht". Außerdem sprach sich Mair dafür aus, die Einsatzkosten nach den Lawinenwarnstufen zu staffeln. So solle ein Such- und Bergungseinsatz bei Lawinenstufe vier deutlich mehr kosten als bei Stufe drei. Bereits aktuell würden alle alpinen Rettungsorganisationen ihre Einsätze verrechnen, erläuterte Vorstandsmitglied Martin Gurdet vom Kuratorium für Alpine Sicherheit (ÖKAS) dem ORF. Die Versicherungen vieler Wintersportlerinnen und Wintersportler würden diese Bergekosten allerdings aktuell abdecken und infolge übernehmen. Mattle mahnt Eigenverantwortung ein Tirols Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) mahnte indes im Zuge einer Bilanz zum vergangenen Wochenende mit über 250 Lawinenabgängen und 40 damit verbundenen Einsätzen Eigenverantwortung ein. "Jeder und jede trägt Verantwortung für sich selbst, aber eben auch für jene Einsatzkräfte, die bei einem Lawinenabgang ausrücken", wurde Mattle in einer Aussendung am Donnerstag zitiert. Für fahrlässiges Verhalten habe er kein Verständnis. Indes wurde im Landhaus debattiert, wie Lawinenwarnungen effizienter verbreitet werden können. Zuletzt war auch mittels AT-Alert vor der hohen Lawinengefahr gewarnt worden. Der Lawinenreport sei daraufhin 130.000 Mal aufgerufen worden. 26 Lawinentote in Wintersaison In den vergangenen Tagen und Wochen war es bei teils hoher Lawinenwarnstufe - Stufe vier auf der fünfstufigen Skala - zu zahlreichen Lawinenabgängen und Sucheinsätzen sowie zahlreichen Todesfällen gekommen. In der bisherigen Wintersaison wurden österreichweit bereits 26 Lawinentote verzeichnet, teilte das ÖKAS am Donnerstag in einer Aussendung mit. Alleine zwischen 15. und 24. Februar verunglückten 14 Menschen bei Lawinen tödlich. Damit lag die Zahl der Lawinenopfer deutlich über dem zehnjährigen Mittel von 16 Lawinentoten pro Winter. 13 der Lawinenopfer im heurigen Winter waren in Tirol zu beklagen. Die Lawinenwarnstufe wurde indes am Donnerstag gesenkt, in Tirol galt nunmehr Stufe drei, also erhebliche Lawinengefahr.