Verbindungen zu Epstein: Elite-Uni beurlaubt Top-Mathematiker aus Österreich

Der aus Österreich stammende Biomathematiker Martin Nowak ist wegen Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein von der US- Universität Harvard beurlaubt worden. Das berichtete die Universitätszeitung The Harvard Crimson (online) am Donnerstag. Nowak hatte häufige persönliche Kontakte mit Epstein gehabt, der ihm großzügige Spenden für seine Forschung zukommen ließ und ihn auch in seinem Testament bedachte. Die in den vergangenen Monaten vom US-Justizministerium veröffentlichten Epstein-Akten hätten "neue Informationen über Professor Nowak zutage treten lassen", hieß es in dem Brief der Fakultätsleitung, den das Uni-Blatt veröffentlichte. Nun soll eine formelle interne Untersuchung feststellen, ob Nowak die Vorgaben und Standards der Universität verletzt habe, hieß es in dem Text. Nowak war wegen seiner Verbindungen zu Epstein, dem der Professor an seinem Institut sogar ein eigenes Büro zur Verfügung stellte, bereits 2020 vorübergehend von der Universität beurlaubt worden. Die Einschränkungen wurden 2023 aufgehoben. Anschuldigungen bezüglich Straftaten sind bisher nicht gegen Nowak erhoben worden. Der New Yorker Geschäftsmann Epstein soll zahlreiche junge Frauen, darunter auch Minderjährige, sexuell missbraucht und zum Teil an Bekannte weitergegeben haben. 2008 war er in dieser Sache einem Bundesverfahren entgangen, indem er in Florida einen umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft einging. Epstein bekannte sich damals teilweise schuldig und bekam eine milde Haftstrafe. Im Sommer 2019 wurde er in New York erneut angeklagt. Er beging kurz darauf nach offiziellen Angaben in seiner Gefängniszelle Suizid. Seine Hauptkomplizin und Ex-Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell wurde 2021/22 zu einer 20-jährigen Haftstrafe wegen Menschenhandels verurteilt.