In dem am Dienstag gestarteten großen Drogenprozess am Landesgericht Salzburg sind am Donnerstagnachmittag zwei weitere Urteile gefallen. Ein bisher unbescholtener 28-jähriger Mann erhielt eine Haftstrafe von 9,5 Jahren. Sein gleichaltriger Mitangeklagter, der nur eine untergeordnete Rolle gespielt haben soll, muss zusätzlich zu einer bestehenden Strafe für fünf weitere Jahre ins Gefängnis. Beide Männer zeigten sich nicht geständig, beide Urteile sind nicht rechtskräftig . Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Verfahren fünf Männern den Handel mit insgesamt 116 Kilo Cannabis, 55 Kilo Kokain, 43 Kilo Speed sowie 6.800 Stück Ecstasy im Rahmen einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Allein der Verkaufswert des Kokains dürfte auf dem Schwarzmarkt mehrere Millionen Euro betragen. Internationale Polizeioperation Die Österreicher im Alter von 28 bis 31 Jahren sollen das Suchtgift von Anfang 2020 bis März 2021 im Darknet bestellt oder aus Wien bezogen und im Raum Salzburg an zahlreiche Kunden verkauft haben. Mit dem Gewinn aus dem Verkauf der Drogen sollen sich einige der Männer teure Autos der Marken Ferrari und Porsche sowie Rolex-Uhren gekauft haben. Die Beschuldigten wurden im Rahmen einer internationalen Polizeioperation ausgeforscht. Den Ermittlern dürfte es gelungen sein, Chats des Quintetts auf dem vermeintlich unentschlüsselbaren Kryptomessengerdienst Sky ECC zu entschlüsseln. Zwei geständige Angeklagte wurden bereits am ersten Verhandlungstag am Dienstag nicht rechtskräftig zu jeweils vier Jahren unbedingter Haft verurteilt. Der 31-jährige Hauptangeklagte war nicht zum Prozess erschienen, weil er während der Anreise erkrankt sein soll, sagte sein Verteidiger. Er muss sich zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht verantworten.