Onkologie-Abzug aus Ybbstal soll nur interimistisch sein

Neuerliche Aufregung gibt es um die Kürzung des medizinischen Angebots im Landesklinikum Waidhofen/Ybbs . Dort muss im Frühsommer die onkologische Station des Klinikums nach Amstetten verlegt werden, weil man wieder einmal dem Ärztemangel Tribut zollen muss. Grundsätzlich soll das Spital weiter Anlaufstelle für Krebspatienten im Anfangsstadium bleiben, doch die bisherige Chemotherapieversorgung wird abgezogen. Nach der Schließung der Geburtenstation und Frauenheilkunde im Jahr 2024 und dem Abzug der Notfallmediziner der Internen des Waidhofner Spitals als Notärzte im lokalen Rettungsdienst durch die Landesgesundheitsagentur (LGA) im Vorjahr ist die Verlagerung der Onkologie nach Amstetten der nächste Rückschlag. Gesundheitsplan 2040+ Dabei ist der Abzug der Onkologie aus Waidhofen im NÖ Gesundheitsplan 2040+ gar nicht vorgesehen, wie die LGA bestätigt. Geplant ist dagegen, wie berichtet, auch die Urologie und den Herzkatheter , beides hochfrequentierte Stationen, ins Partnerhaus Amstetten zu transferieren. Das LK Waidhofen soll ein Akut- und Grundversorgungsspital bleiben und zum Zentrum für Akutgeriatrie werden. Bekämpft wird in Waidhofen weiterhin mit großer Unterstützung aus der Bevölkerung die im Gesundheitsplan 2040+ vorgesehene Auflösung des Notarztstützpunktes in Waidhofen/Ybbs . Zum kurzfristigen Abzug der Onkologie, die in der Region sehr emotional diskutiert wird, kommt es deshalb, weil sich Oberarzt Julius Salamon , der die Krebsbehandlung in der Station über die Jahre aufgebaut hat, im Mai in den Ruhestand zurückzieht. Ein Ersatz konnte nicht gefunden werden. Chemotherapie Pro Jahr werden auf der Station im Rahmen von Chemotherapien rund 1.000 Behandlungen durchgeführt. Derzeit präsentiert die LGA die Auslagerung nach Amstetten allerdings als interimistische Lösung: "Das LK Amstetten ist das Zentrum für die onkologische Versorgung in der Region Mostviertel. Dazu besteht schon seit Jahren ein Netzwerk, von dem auch die Patientinnen und Patienten aus dem LK Waidhofen/Ybbs ein Teil waren bzw. sind. Ziel des NÖ Gesundheitsplans ist es, im LK Waidhofen/Ybbs weiterhin eine Versorgung in enger Kooperation mit der Onkologie im LK Amstetten in dislozierter Form weiterzuführen“, teilte der NÖ-Spitalskonzern auf KURIER-Anfrage mit. Personalsuche Schon seit Längerem werde intensiv Personal gesucht, um das Team am Standort Amstetten zu verstärken, heißt es seitens der LGA weiters. Es habe vermehrt Recruiting-Maßnahmen gegeben. "Wie in vielen anderen Bereichen ist jedoch auch in der Onkologie der Mangel an Fachkräften spürbar“, wird in der Stellungnahme auf die aktuelle Problematik hingewiesen. Somit sei es vorerst nicht möglich, wie geplant ab Juni Ärzte für die Chemotherapie-Termine von Amstetten nach Waidhofen zu entsenden. Die Krebstherapie müsse am Standort Amstetten gebündelt werden. Diagnostische Leistungen sowie operative Eingriffe bleiben weiterhin am Standort Waidhofen/Ybbs bestehen. Patienten Ein exakter Zeitplan für die Bündelung der Leistungen in Amstetten könne derzeit nicht genannt werden, sagt eine LGA-Sprecherin. Mit jedem betroffenen Patienten und jeder betroffenen Patientin werde ein Gespräch geführt, um die individuelle Betreuung bestmöglich abzustimmen und individuelle Entscheidungen zu treffen. "Es soll jedenfalls möglich sein, auslaufende Chemotherapien im gewohnten Umfeld in Waidhofen noch zu erhalten“, versicherte die LGA-Sprecherin. Ziel sei es, "die onkologische Versorgung am Standort Waidhofen/Ybbs wieder anzubieten und sicherzustellen, sofern die personellen und strukturellen Ressourcen verfügbar sind“, wurde dem KURIER mitgeteilt. Patienten im Mostviertel wolle man eine klar strukturierte und abgestimmte Betreuung bieten. In wöchentlich stattfindenden Tumorboards aller Kliniken im Mostviertel mit allen Abteilungen, die onkologische Patienten betreuen, werde die individuelle Betreuung abgesprochen, so die LGA.