Kombinierer auf der Skiflugschanze am Kulm: Keine Eintagsfliege(r)

„Das war geil!“ Johannes Lamparter war über seinen Jungfernsprung auf der Schanze von Bad Mitterndorf höchst enthusiasmiert. Als er nach einem Flug durch den Nebel bei 232 Metern aufsetzte, ging seine Hand mit gestrecktem Zeigefinger in die Höhe – und wollte gar nicht mehr runter. Heute, Freitag (9.45 bzw. 16 Uhr / live ORF 1) messen sich die Kombinierer erstmals im Weltcup auf der Skiflugschanze. Es ist eine Weltpremiere, die unter anderem dabei helfen soll, die Attraktivität der Nordischen Kombination hochzuhalten. „Das Kribbeln ist im ganzen Team spürbar“, sagte Stefan Rettenegger. „Die Vorfreude wurde noch größer, als wir mit den Springern über die Schanze geredet haben“, erzählt Lamparter. Seit die Neuerung im Herbst 2024 angekündigt worden war, stieg die Freude darüber: „Athleten und Betreuer sind seit der Ankündigung froh, endlich diesen Schritt gehen zu können“, sagt Cheftrainer Christoph Bieler. Die Freude sei groß, „dass auch wir unseren Sport auf Skiflugschanzen präsentieren können“. Und bereits im Training am Donnerstag gingen die Flüge der Kombinierer schon weit. Lamparter war mit seinen 232 Metern nicht einmal der Weiteste. Auch der Langlauf-Teil des Kompaktbewerbes verspricht Stimmung: Insgesamt siebenmal laufen die Athleten beim Publikum vorbei. Das Ziel wird direkt beim Auslauf sein. Die Kombinierer sprechen von „Respekt vor der größeren Schanze“ (Lamparter) und der Hoffnung auf einen „Heimvorteil für uns Österreicher“ (Rettenegger). Highlight und Kugel Auch wenn die Olympiastarter Lamparter, Stefan und Thomas Rettenegger nach den herausfordernden Wochen in Italien mit ihrem Energiehaushalt vorsichtig umgehen, bleibt der Ehrgeiz hoch. „Natürlich denke ich oft dran, dass nach den Olympia-Erfolgen noch weitere Kugeln im Weltcup möglich wären“, sagt Lamparter. „So wie kommendes Wochenende schon die Kompaktkugel.“ Im Vordergrund stehe aber das Highlight am Kulm. „Für unsere Sportart ist es richtig toll, dass wir das machen dürfen.“ Stefan Rettenegger pflichtet ihm bei: „Jeder Skispringer will über 200 Meter springen. Das ist auch mein Ziel.“ Cheftrainer Bieler bekräftigt die Bedeutung des Kulm-Highlights für die Nordischen Kombinierer. „Wir hoffen alle, dass diese Premiere beim Skifliegen nicht einzigartig ist, sondern zum Fixpunkt im Weltcupkalender der Kombinierer wird.“ Der Coach geht noch einen Schritt weiter: „Und dass wir nicht nur den Kulm, sondern auch andere Skiflugschanzen dieser Welt kennenlernen.“ Olympia abgehakt Wenig freudige Erinnerungen an Olympia hat Stefan Kraft. Der Skiflug-Weltmeister von 2024 hat die für ihn erfolglosen Spiele in Predazzo allerdings mittlerweile abgehakt und freut sich auf das Restprogramm. Zehn Einzelbewerbe auf dem Kulm, in Lahti, Oslo, Vikersund und Planica stehen noch auf dem Programm. Und das gefällt Kraft. „Es sind fünf Wochenenden, fünf Schanzen, die ich alle sehr gerne mag.“ Im Kampf um den Skiflug-Weltcup hält er Domen Prevc allerdings für schwer schlagbar. „Da muss schon ein Wunder passieren.“