Nutzer von Floater- oder Spot-Tarifen kommen bereits seit Längerem in den Genuss, hie und da von stark sinkenden Strompreisen zu profitieren. Wird etwa an sonnigen Tagen mehr Photovoltaik-Strom produziert als verbraucht, kann der reine Energiepreis auf Null oder sogar darunter fallen. Netzentgelte und Steuern und Abgaben zahlt man freilich immer noch. Während diese Situation für Floater-Kunden in unregelmäßigen Abständen auftritt, verspricht ein neuer Stromtarif fixe Zeiten mit null Euro Energiepreis . Zwischen Feuerwehr-Sirene und Kirchenglocken „ Happy Hour voll Power “ des Tiroler Energieanbieters Gutmann bietet Kunden von April bis August, an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen jeweils von 12 bis 16 Uhr kostenlosen Strom an. Das sei einfach kalkulierbar, sehr vorhersehbar und dadurch „eine Revolution am Strommarkt“, wie Horst Ebner , Leiter der Strom- und Gasabteilung der Gutmann GmbH bei der Vorstellung des Tarifs am Freitag meint. Zwischen 12 und 16 Uhr bedeute am Samstag in Tirol üblicherweise die Zeit zwischen Feuerwehr-Sirene und dem Läuten der Kirchenglocken. Im Osten zahlt man regulär etwas mehr Angeboten wird der Tarif nicht nur in Tirol, sondern österreichweit. Zwischen am Westen (Vorarlberg und Tirol) und dem Osten des Landes gibt es aber einen kleinen Unterschied. Der reguläre Strompreis außerhalb der „Happy Hour“ beträgt im Westen fixe 10,75 Cent/kWh netto, d.h. ohne Steuern. Im Osten zahlt man hingegen 12,75 Cent/kWh netto . Das sei den unterschiedlichen allgemeinen Preisniveaus der Regionen geschuldet, so Ebner. „Ein reines Wettbewerbsthema.“ Reicht Sonnenstrom nicht aus, wird zugekauft Dass man Kunden „Happy Hours“ bieten könne, liege an Stromüberschüssen , die zu den genannten Zeiten durch PV-Produktion üblicherweise am Markt zu erwarten seien. Den Stromverbrauch als Kunde genau in die „Gratis“-Zeiten zu verlegen, sei netzdienlich und helfe beim Management des Stromnetzes. Wenn es einmal nicht genug Stromüberschüsse zu den „Happy Hour“-Zeiten geben sollte, kauft Gutmann zertifizierten Ökostrom aus Österreich zu. Das neue Tarifmodell, das eine österreichweite Neuerung darstellt, habe man gut durchkalkuliert , betont Alexander Gutmann , Geschäftsführer der Gutmann GmbH. Man beabsichtige, es in den kommenden Jahren beizubehalten.