Wienerin hat sich mit "Lügenmärchen" über 20.000 Euro erschlichen

Eine 25-jährige Wienerin , die mit ausgedachten Geschichten im Herbst 2025 über 20.000 Euro erschlichen hatte, hat am Freitag am Landesgericht eine Diversion bekommen. Sie muss innerhalb von sechs Monaten 80 Stunden gemeinnützige Arbeit verrichten und "so viel Geld wie möglich" an ihre drei Opfer zurückerstatten, erklärte der Richter. Die Frau gab zu, Bekannten erzählt zu haben, sie brauche dringend Geld für ihren Vater in der Türkei , der ohne medizinische Hilfe sterben würde. "Das war frei erfunden", sagte die Frau in der Verhandlung. Zuvor war sie nur teilgeständig. Die Gerichtsentscheidung ist noch nicht rechtskräftig . Sobald die geforderten Sozialstunden geleistet sind und das Geld zurücküberwiesen ist, wird die Anzeige zurückgelegt und sie gilt als unbescholten. "Ich erkläre mich bereit, es zurückzuzahlen", sagte sie. Vermeintlicher Autounfall als Vorwand Das Geld hatte die gelernte Bürokauffrau gebraucht, um eigene Schulde n zu begleichen. Sie sei in toxischen Beziehungen gefangen gewesen, die einen schlechten Einfluss auf sie hatten, führte sie weiter aus. Nun habe sie aber einen Lebenswandel vollzogen , sei in einer gesunden Beziehung mit ihrem Verlobten und habe einen sicheren Job. Um an das Geld zu kommen, erzählte sie Bekannten, ihr Vater habe einen Autounfall in der Türkei gehabt und würde dringend teure medizinische Hilfe brauchen. Auch ihren damaligen Freund, den sie aus der Arbeit als Sicherheitskraft kannte, bat sie um Geld. Der 37-Jährige wiederum fragte einen ebenfalls durch die Arbeit gemeinsamen bekannten 40-Jährigen nach Unterstützung. Unter dem Eindruck der erfundenen Geschichte des leidenden Vaters gab er dem Ex-Freund der Angeklagten zweimal 11.200 Euro. "Ich helfe dir, wenn es um ein Menschenleben geht", erinnerte sich der 40-Jährige an die damaligen Gespräche. So erhielt die Angeklagte 22.400 Euro. Auch von ihrem Ex-Freund bekam sie Geld. Geschädigte kamen auf die Schliche Der belogene Bekannte schöpfte erst Verdacht, als die Frau sich immer neue Geschichten einfallen ließ. Beispielsweise habe sie dringend Geld wegen angeblicher Steuerrückstände gebraucht. Allerdings war er auch dann immer noch im Glauben, es ginge um den Vater und die Angeklagte traue sich nicht mehr, deswegen nach Geld zu fragen. "Das war unglaublich", sagte er. "So überzeugend, das habe ich noch nie gesehen", schilderte er ihre teils tränenreichen Geschichten. Eine Bitte um weitere 15.000 Euro lehnte er dann aber ab. "Wir haben gemerkt, dass irgendetwas nicht stimmt", erinnerte er sich. Die Frau sagte, in der Folge habe sie ihm die Lügen offenbart und versichert, das Geld zurückzuzahlen.