TV-Starkoch Tim Mälzer: "Wien ist der Straßenköter Europas"

„Und wenn ich ’Schleich di’ sag, dann komm ich da rein?“, fragt der deutsche TV-Koch Tim Mälzer kurz vor dem Besuch im Café Anzengruber in der Schleifmühlgasse . Kurz davor war ihm von seinem Wien-Guide, dem heimischen Guide-Michelin-Koch Lukas Mraz , erklärt worden, dass auf der Wieden – im Gegensatz zur Inneren Stadt – nicht in jedem Lokal Touristen gern gesehen sind. Mit der für Wiener Ohren viel zu bundesdeutschen Aussprache von ’Schleich di’ hätte Mälzer es auch trotz des richtigen Dialekt-Ausdrucks schwer. Mraz hat aber einen Tipp parat: „Du musst sagen ’Schleich di, du Arschloch’, dann kannst einfach vorbeigehen.“ Metropole des Essens An witzigen, teils derben Dialogen mangelt es nicht im neuen circa 30-minütigen Video vom Wien Tourismus. Mit der Reihe „Hungry for more“ soll Wien als Metropole des Essens dargestellt werden. In den kommenden Wochen folgen zwei weitere Episoden, eine über die Wirtshauskultur, eine über Street Food, also alles von Würstelständen bis Dönerläden. Mraz jedenfalls zeigt Mälzer die Orte, wo Köchinnen und Köche „selbst essen, genießen und Inspiration finden“. Besucht werden Cucina Itameshi , die Rundbar , das Ostwind , das Salzamt sowie eben das Café Anzengruber . Überall wird sich durchgekostet und beide Köche wählen in jedem Restaurant ihr Lieblingsgericht. Im Salzamt ist es für Mälzer zum Beispiel der Kaiserschmarrn . Das ist ein riesiges Kompliment, denn „ich bin von der Arroganz der Österreicher, insbesondere der Wiener, ob ihrer Mehlspeisen manchmal ein bisschen gelangweilt.“ Seine Erklärung folgt auf den Fuß: „Wenn ich zu blöd bin, Pfannkuchen zu wenden, dann nene ich das Kaiserschmarrn.“ Beim Schauen der unterhaltsamen und auch handwerklich sehr gut gemachten Folge wird schnell klar, warum Mraz am Anfang mit „Niemand schimpft so schön wie er“ seinen Gast vorstellt. Mälzer liefert gleich zu Beginn. „Der Wiener ist der größte Straßenköter Europas“, sagt er. „Den Wiener gibt’s doch gar nicht, ihr seid doch alle eine Mischpoke.“ Eine gute Überleitung für Mraz, um darüber zu sprechen, dass Wien sich die besten Gerichte aus aller Welt zu eigen gemacht hat und nun in den Lokalen einzigartige Fusion-Küche zu finden ist. Zu finden ist das Video auf dem offiziellen Kanal des Wien Tourismus www.youtube.com/@Vienna . Auch als gestandene Wienerin oder Wiener kann man darin Neues entdecken. Und wenn nicht kann man zumindest dem liebsten Hobby frönen: Sich über den Deutschen ärgern.