Mietmarkt am Limit: "100 Anfragen pro Wohnung pro Tag"

Die Anforderungen an Immobilienmakler haben sich – vor allem in Wien – geändert. „Wir haben hundert Anfragen für eine Mietwohnung am Tag“, beziffert Philipp Sulek , Berufsgruppensprecher der Makler in der Bundeshauptstadt. Die Nachfrage nach Mietwohnungen übersteigt das Angebot bei Weitem. Dadurch müssen Makler für ihre Auftraggeber Selektionsprozesse durchführen. Mietwohnungen können aufgrund der großen Nachfrage sehr schnell vergeben werden, anders sieht es bei Eigentumswohnungen aus. Die Transaktionszeit sei von etwa drei auf sechs bis neun Monate gestiegen, bis eine Eigentumswohnung einen Käufer gefunden hat. Bestellerprinzip & No-Show-Rate Für Probleme sorgt aus Sicht der Makler die sogenannte No-Show-Rat e, also die Fälle, in denen Interessenten sich einen Besichtigungstermin ausmachen, aber dann nicht erscheinen. „Das findet regelmäßig statt, ein bis zwei Mal die Woche“, sagt Philipp Sulek. Das Entgelt , das Makler bei der Vermittlung von Mietobjekten verdienen, ist durch das Bestellerprinzip , das 2023 eingeführt wurde, weniger geworden. Die Experten beziffern die Einbußen mit etwa einem Drittel. Anlässlich des Makler-Awards Immy, der diese Woche vergeben wurde, hat sich der Fachverband angeschaut, wie es den Maklerunternehmen geht. Das Fazit: Es gebe erstmals eine negative Entwicklung, also eine sinkende Anzahl an Maklerbetrieben . Ein Grund dürfte sein, dass es sich für manche nicht mehr rechnet, Mietobjekte zu betreuen. Dem Fachverband ist es ein Anliegen, die Leistung der Betriebe sichtbar zu machen. Immy-Projektentwickler Dietmar Hofbauer sagt: „Der Immy ist kein Schönheitswettbewerb, es geht um Qualität.“ Mithilfe von Mystery-Shopping wird die Qualität anhand verschiedener Kriterien wie Pünktlichkeit , schnelle Reaktionszeite n, Unterlagenqualität und die Betreuung der Kunden nach dem Abschluss beurteilt. Die Gewinner seien oft jene, mit der besten Praxisperformance . Im Vordergrund steht aber nicht die Auszeichnung der Betriebe, sondern es geht darum, dass die Unternehmen wissen, wie gut oder schlecht sie abschneiden. „Jeder teilnehmende Betrieb erhält ein Feedbackgespräch “, erklärt Hofbauer. So können Makler anhand einer Checkliste sehen, wie sich im Vergleich abgeschnitten haben. Hofbauer spricht von schmerzhaftem Feedback, wenn es nicht geklappt hat. Die Qualität der Betriebe sei in den vergangenen Jahren so gut geworden, dass es schwer zu sagen ist, wer Gold und wer Silber sei. In diesem Jahr wurden 191 Betriebe getestet, 20 davon wurden ausgezeichnet.