Das erste Opfer dieses seit Samstagfrüh tobenden Krieges war ein Passant in Abu Dhabi, den herabfallende Teile einer abgeschossenen iranischen Rakete verletzten. Viele weitere zivile Opfer fernab des Iran könnten folgen, in Israel, Katar, Saudi-Arabien und im gesamten arabischen Golfraum , wenn der Iran in seiner Verteidigung beginnt, blindlings um sich zu schlagen. Der Mullah-Staat, geschwächt und dadurch vielleicht noch gefährlicher, hat sich längst auf diesen Waffengang vorbereitet. Denn die geistlichen Führer des Landes haben es ebenso gesehen wie die Revolutionsgarden und der Rest der Welt: Wer wie die USA die größte Armada seit mehr als 20 Jahren auffahren lässt , wer Dutzende Kampfflugzeuge in die Region verlegt und seine eigenen Militärbasen auf das Schlimmste vorbereitet, der fährt nicht ohne ein bahnbrechend Zugeständnis Teherans wieder nach Hause. Und Kompromissangebote, die gab es vonseiten des Iran in den vergangenen Wochen nur in homöopathischen Dosen. Viel zu wenig für einen Mann mit so wenig Geduld und einer so kurzen Zündschnur wie US-Präsident Donald Trump . Keine Atombombe Der Mullah-Staat darf keine Atombombe besitzen – dieses Mantra aller bisherigen US Regierungen hat Donald Trump unzählige Male wiederholt. Sein Verbündeter Israel will noch viel mehr: keine nukleare Waffe, die das fanatische Regime in Teheran ohne zu zögern auch gegen Israel einsetzen könnte; keine Raketen, die bis nach Israel reichen; keine iranischen Stellvertreter-Krieger à la Hisbollah, Hamas und Houthis. Kurz gesagt: eine friedlichere Welt – doch die kann es eben mit dem unterdrückerischen islamischen Gottesstaat nicht geben. Eine Welt ohne das verheerende Diktat der Ayatollahs und ihrer mörderischen Revolutionsgarden, die in den vergangenen fünf Jahrzehnten nur Leid, Folter, Krieg, Armut und Massenmord an der eigenen Bevölkerung mit sich brachten. Alles offen in diesem Krieg Dass die USA nun gegen alle früheren Versprechen Donald Trumps den Iran in Richtung Regimewechsel bomben wollen, liegt damit nahe. Mit Luftschlägen allein wird sich das allerdings nicht machen lassen. Dafür brauchen Donald Trump und sein Verbündeter, Israels Premier Netanjahu, das iranische Volk. Das Problem dabei: So lange die Bomben fallen, wird kaum jemand auf den Straßen zu protestieren wagen.Und so verhält es sich nun mit diesem Waffengang wie mit allen Kriegen: Der Plan mag anfangs durchdacht sein – bis zum ersten Touchdown mit der Realität. Alles ist offen in diesem Krieg, der in einer Woche wieder abebben oder sich zum verheerendsten Krieg seit Jahrzehnten auswachsen könnte.