An 42 Aktionstagen überprüfte die Stadt Wien bei Schwerpunktkontrollen die sogenannten „Mozartverkäufer“ in der Innenstadt. Das Ergebnis: Bei mehr als jeder zweiten Kontrolle wurde ein Verstoß gegen die geltenden Regeln festgestellt. In absoluten Zahlen: Die insgesamt 579 überprüften Ticketverkäufer schafften es auf ansehnliche 299 Verstöße . Jetzt verschärft Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) die Gangart: Sie lässt die „Mozarts“ per Verordnung an allen relevanten Verkaufsplätzen in der Inneren Stadt verbieten. Ab Anfang Mai werden der gesamte Stephansplatz , der Graben , die Kärntner Straße und der Herbert-von-Karajan-Platz vor der Oper für die Ticketverkäufer zu No-Go-Areas. Gegen die Verhüttelung Es ist nicht die erste politische Maßnahme, die die Geschäftstätigkeit der Kostümierten einschränken soll: Der Bereich vor dem Hauptportal des Stephansdoms ist schon seit 2021 eine Sperrzone; an den anderen Plätzen dürfen je nur sechs Verkäufer ihre Tickets an Touristen verkaufen. Generell gilt an einzelnen Orten in der Inneren Stadt eine sogenannte Zonierungsverordnung . Diese soll der Verhüttelung und dem Wildwuchs (von Maroniständen bis zu Schanigärten) im öffentlichen Raum Einhalt gebieten – und zwar mit Plänen, die auf den Meter genau regeln, was wo wann erlaubt ist. All das war aber offenbar nicht genug: Die Zahl der Beschwerden an die Stadt, bei der Staatsoper und bei Wien Tourismus hätten weiter zugenommen, heißt es aus dem Büro von Stadträtin Sima. Passanten, Opernbesucher und Touristen würden sich „vermehrt durch das aufdringliche Verhalten belästigt fühlen“. Zudem seinen regelmäßig Ticketverkäufer ohne Genehmigungen anzutreffen – besonders auffällig auch vor dem Stephansdom. „Belästigung abstellen“ „Das ist inakzeptabel“, sagt Sima. „Der öffentliche Raum in der Innenstadt ist ohnehin schon sehr beengt, die Besucherzahlen steigen. Wir wollen Belästigungen aller Art abstellen.“ Bevor die Verordnung in Kraft tritt, läuft eine vierwöchige Begutachtungsfrist , in der Stellungnahmen zum Entwurf eingebracht werden können. Mit großen Protesten ist nicht zu rechnen. Quer durch die Parteien zeigte man sich über die Mozartverkäufer in den vergangenen Jahren verärgert; allen voran City-Bezirksvorsteher und ÖVP-Chef Markus Figl trat immer vehement gegen die Verhüttelung des Bezirks auf.