Von Gernot Heigl und Michael Pekovics Markus T. aus Niederösterreich, lebt seit zwei Jahren in Dubai. Seine Wohnung liegt im oberen Bereich eines mehrstöckigen Gebäudes, rund 200 Meter Luftlinie vom 7-Sterne-Hotel Burj Al Arab Jumeirah entfernt. Von seinem Balkon aus sieht der 52-Jährige auch das 828 Meter hohe Burj Khalifa . Am Nachmittag erhielt er eine SMS der „The National Emergency Crisis and Disasters Management Authority (NCEMA)“ mit einer Sicherheitsinformation. Ruhig blieb es zunächst. Um 00.35 Uhr Ortszeit begannen dann alle Handys laut zu piepsen: ein Emergency Alert mit Hinweis auf einen möglichen Raketenangriff . „Unfassbar. Dass das in Dubai passiert, konnte ich zuerst nicht glauben. Das hier ist ja nicht Bagdad. Dann haben wir die ersten dumpfen Grollgeräusche wahrgenommen. Dann war klar, dass das kein Scherz ist. Irgendwie stand ich neben mir, ungläubig, alles so unwirklich, dass das gerade tatsächlich passiert", erzählt der Niederösterreicher im Gespräch mit dem KURIER. "Irgendwie kam ich mir vor, wie in einem Film. Klar hatte man auch Angst. Umso mehr, als es immer häufiger laute Explosionsgeräusche gab, die immer näher kamen. Es hörte sich wie dumpfes Grollen an wenn es weiter weg war und wie ein lauter Knall, so, als ob ein Blitz eingeschlagen hat, wenn es in der Nähe war.“ Da es keine Keller gibt, ging er mit seiner Freundin ins Stiegenhaus , wie auch andere Bewohner. Nach gut einer Stunde kehrte er in die Wohnung zurück und verschaffte sich vom Balkon aus einen Überblick. Beim Burj Al Arab Jumeirah standen zahlreiche Einsatzfahrzeuge, das Hotel wurde evakuiert. Er nahm Brandgeruch wahr. Das Gebäude sei auf der ihm abgewandten Seite getroffen worden, die Flammen selbst habe er nicht gesehen. Parallel dazu wurde das Burj Khalifa evakuiert. Ein Freund, der dort wohnt, informierte ihn telefonisch. Das Hochhaus sei seines Wissens nach nicht getroffen worden. In Dubai wurde Markus T. bisher über folgende weitere Sachverhalte informiert: Rund zwei Kilometer entfernt, auf der künstlichen Palmeninsel The Palm, habe das Hotel Fairmont einen Treffer abbekommen. Auch der Flughafen in Dubai sei getroffen worden, diese Information sei über interne Dubai-Kanäle gekommen. Laut offiziellen Angaben habe es am Flughafen vier Verletzte gegeben. Offiziellen Dubai-Informationen zufolge seien Brände in Hotels nicht durch direkte Treffer entstanden, sondern durch Trümmer abgefangener Raketen oder Drohnen. Am Abend schlossen alle Lokale in Dubai, „wie bei einem Lockdown “, sagt Markus T. Ein Restaurant, das er besuchen wollte, habe angerufen und mitgeteilt, dass es zusperren müsse. Beim jüngsten Austausch mit dem KURIER am Sonntag gegen 14.30 Uhr Ortszeit Dubai (Wien: 11:30 Uhr; Anm.) war die Situation in Dubai ruhig, ebenso die Nacht. Auffällig sei gewesen, dass es keine Flugzeuggeräusche gegeben habe, schrieb der Niederösterreicher. Zwar kam es noch zu vereinzelten Explosionen, gegen 17 Uhr war es in Dubai aber wieder ruhig.