„Grenzgenial, Perfektion, traumhaft“ – so beschreiben Winzerinnen und Winzer in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland den Jahrgang 2025. Nach den mengenmäßig eher schwachen Vorjahren atmet die Branche heuer spürbar auf. Die Ernte 2025 fällt nicht nur qualitativ überzeugend aus, sondern bringt auch wieder mehr volle Fässer in die Weinkeller. Mit mehr als 2,5 Millionen Hektolitern wird eine leicht überdurchschnittliche Erntemenge erwartet. Ideale Wetterbedingungen Stilistisch steht der Jahrgang für das, was viele als „klassisch österreichisch“ bezeichnen: Frische, Frucht und Balance . Grundlage dafür war ein Jahr ohne Extreme – mit warmen Tagen, kühlen Nächten und einer vergleichsweise ruhigen Reifephase . Burgenland: Grenzgenial Der Jahrgang nahm im Osten ruhig seinen Anfang. Spät austreibende Reben ersparten vielen Betrieben die nervenaufreibenden Frostnächte, die in anderen Jahren zur Zitterpartie werden. Die Blüte gelang vielversprechend – doch der Sommer verlangte Aufmerksamkeit. Auf der Parndorfer Platte brachte der August kräftige Niederschläge, am Eisenberg blieb es deutlich trockener. Entscheidend war weniger das Wetter selbst als der Umgang damit: Wer konsequent arbeitete und selektiv las, konnte am Ende sehr überzeugende Qualitäten einfahren. Beim Weingut und Buschenschank Leitgeb fällt das Urteil klar aus: „grenzgenial“ . „Alles hat zusammengepasst“, heißt es aus dem Betrieb. Vor allem die Lese sei heuer ungewöhnlich ruhig verlaufen – mit einem idealen Zeitfenster und keinen externen Störfaktoren. Vor allem Rotweinfans dürfen sich besonders freuen: Zweigelt präsentiert sich saftig, Blaufränkisch strukturiert und mit Tiefe. Und auch der Süßweinbereich spielt seine burgenländische Stärke aus – im Seewinkel und in Rust setzte die Edelfäule regelmäßig ein. Niederösterreich: Traumhaft „Dieses Jahr war einfach Perfektion “, sagt Dorli Muhr . Auch nördlich der Donau zeigte sich 2025 für die roten Sorten von der besten Seite. Schon während der Reife habe es „wunderbar aus den Fässern geduftet“ . Für die auf Blaufränkisch spezialisierte Winzerin ist 2025 definitiv ein Traumjahrgang – „obwohl man eigentlich weiß, dass sich so ein Traum nie erfüllen wird“. Ganz so mühelos war der Weg dorthin allerdings nicht. Ein regenreicher Juli verlangte viel Aufmerksamkeit im Weingarten. Sorgfältige Laubarbeit und konsequente Selektion waren entscheidend. Die Lese begann vielerorts erst ab Mitte September – später als im Vorjahr. Das Ergebnis wird sich sehen lassen können: Grüner Veltliner präsentiert sich knackig und würzig, Rieslinge klar und spannungsreich – und die Roten seien eben „traumhaft“ . Nach den hitzegeprägten Jahren davor wirkt 2025 damit präziser und ausgewogener. Wien: Beste Qualität Ausgewogen präsentiert sich der Jahrgang auch in der Bundeshauptstadt. „Wir sind äußerst zufrieden . Wir haben sowohl hohe Quantität als auch beste Qualität erreicht“, sagt Benjamin Edthofer vom Weingut Wieninger . Noch liegen die Weine im Fass, abgefüllt wird frühestens Ende 2026. Welche Sorte sich am Ende besonders hervortun wird, sei daher noch offen. Was sich jedoch bereits abzeichnet: Die Wiener Gemischten Sätze zeigen Klarheit und Frische, die Rieslinge aus Döbling und Mauer präsentieren sich lebendig und straff. Insgesamt wirkt der Jahrgang etwas schlanker und kühler als in manch hitzegeprägtem Vorjahr – vielleicht gerade deshalb besonders zeitgemäß. Das Fazit des Österreichischen Weinmarketings: 2025 bringt etwas, das in der Weinwelt selten geworden ist: breite Zustimmung . Qualität und Menge gehen Hand in Hand – eine Kombination, die nach dem Vorjahr alles andere als selbstverständlich war. Für viele Betriebe ist das nicht nur geschmacklich, sondern auch wirtschaftlich ein wichtiges Signal.