Friedrich Pollak: Vom Wiederstand ins KZ Buchenwald

Es sind oft leise Orte, an denen Geschichte am lautesten spricht. Ein Friedhof. Ein Name. Ein Datum. Ein Stein. Am Montag, 8. März (11 Uhr) , an seinem 125. Geburtstag , wird am Friedhof in Weingraben (Bezirk Oberpullendorf) eine Gedenktafel für Friedrich Hermann Pollak enthüllt – ein Mann, der sein Leben der Freiheit widmete und fast alles verlor. Geboren 1901 in Wien  Margareten, engagierte sich Pollak schon früh in der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung . In den 1930er-Jahren war er Mitglied des Republikanischen Schutzbundes . Während der Februarkämpfe 1934 beteiligte er sich an den Auseinandersetzungen in Meidling. Nach der Niederschlagung des Aufstands wurde er verhaftet und verbrachte mehrere Monate in Haft. Nach seiner Entlassung blieb er im Untergrund aktiv und wurde mehrfach inhaftiert. "Roter Winkel" im Konzentrationslager Am 22. August 1939 wurde Pollak von der Gestapo im Rahmen einer „Sonderaktion“ gegen führende revolutionäre Sozialisten festgenommen und wenige Wochen später in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert. Als politischer Häftling trug er den roten Winkel . Zwangsarbeit, Hunger, Misshandlungen und Krankheiten hinterließen schwere gesundheitliche Spuren. Mithäftlinge beschrieben ihn dennoch als solidarisch und verlässlich – er war Teil organisierter Widerstandsstrukturen im Lager . 470 Wochen in Haft Nach der Befreiung am 11. April 1945 gehörte Pollak zu jenen, die den Schwur von Buchenwald mittrugen – ein B ekenntnis zur Zerschlagung des Nationalsozialismus und zum Aufbau einer demokratischen Ordnung . Insgesamt verbrachte er rund 470 Wochen seines Lebens in Haft. Nach 1945 engagierte er sich im Bundesverband Österreichischer Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus. In den späten 1950er-Jahren verbrachte er mit Lebensgefährtin Theresia Brandl zunehmend Zeit in ihrem Heimatort Weingraben . Dort war er in die Dorfgemeinschaft eingebunden, besuchte regelmäßig das Gasthaus und blieb politisch interessiert, ein öffentliches Amt strebte er nie an. Pollak starb 1971 in Wien und wurde auf eigenen Wunsch in Weingraben beigesetzt. Mit der Enthüllung der Gedenktafel wird sein Lebensweg sichtbar gemacht, der exemplarisch für jenen Teil des österreichischen Widerstands steht, der lange im Schatten blieb. Erinnerung beginnt oft im Kleinen – und wird gerade dort öffentlich wirksam.