Hotel-Duell in Leogang: Riederalm gegen Der Löwe

Leogang in Salzburg ist ein Premium-Skiort mit vielen guten Hotels und Restaurants. Da fällt die Auswahl für den Skiurlaub schwer. Wir helfen damit zumindest ein bisschen und schicken mit der Riederalm und Der Löwe zwei Häuser ins Hotel-Duell. Riederalm Die Riederalm hat zwei riesige Vorteile. Erstens liegt sie gleich bei der Talstation der Asitzbahn. Das Skivergnügen beginnt also gleich vor der Haustür. Zweitens ist die Küche des Chefs Andreas Herbst grandios. Er ist Anhänger der alpinen Küche, kocht, was die Region hergibt, und fermentiert, was das Zeug hält. Sein Fine-Dining-Séparée „dahoam“ ist mit einem Michelin-Stern und einem Grünen Stern für den nachhaltigen Weg ausgezeichnet. Auch die Halbpension spielt bewusst auf hohem Niveau; zwei bis drei Hauben wären locker drin. Nur steht das nirgends, denn die Riederalm bleibt Familienhotel mit Bodenhaftung. Dazu ist das Frühstücksbuffet bombastisch. Der Seniorchef brät hier auch schon einmal die Eier. Da fängt der Skitag schon vor dem ersten Schwung gut an. Die Nachmittagsjause nach dem Skifahren ist teils warm und auch nicht zu verachten. Draußen lockt ein beheizter Pool, dazu gibt es eine Röhrenrutsche mit Zeitnehmung für kleine und große Wettkampfrutscher. Drinnen wartet eine großzügige Wellnesslandschaft – eine für Familien, eine andere nur für Erwachsene – mit Blick auf die Leoganger Steinberge. Das Haus hat 70 Zimmer und rund 80 Mitarbeiter. Abends kommt die Hoteliersfamilie persönlich an den Tisch, erkundigt sich nach den Pistenfreuden und dem Befinden. Von Daniel Voglhuber Der Löwe Elisabeth zeigt den Gästen, wie ein fluffiger Kaiserschmarrn kredenzt wird oder worauf es bei Pinzgauer Kasnockn ankommt. Ungezwungen und ohne Zusatzkosten einfach am Tag davor für den Kochkurs an der Rezeption anmelden. Dass das Hotel der Löwe in Leogang familiär geführt ist, wird an jeder Ecke sichtbar. Und das Personal zeigt, dass auch Kinder willkommen sind. Spielraum,  Kids-Programm und ein Abendmenü gibt es für die Kleinen. Auch in die zwei Textilsaunen dürfen sie mit. Dafür ist das neu ausgebaute Dachgeschoss nur erwachsenen Saunagängern vorbehalten. Die Schwestern Elisabeth und  Anna-Lisa modernisieren das Traditionshaus sukzessive und durchdacht.  Wer es heimelig und praktisch mag, ist richtig im Haus mit nur 45 Zimmern. Das Highlight im Spa-Bereich und Herzstück des Betriebs ist der – angenehm temperierte – Außenpool. Auch der Hang  hinterm Hotel  ist klein, aber fein, mit einer Skihütte und einem Tellerlift  (Schanteibahn). Ideal für Familien, um sich einzufahren. Wer mehr Pistenkilometer zurücklegen will, wird vom hauseigenen Shuttleservice zur Steinbergbahn oder Asitzbahn gebracht und auch wieder abgeholt. Erschöpft kann man sich danach mit einem  gelungenen Kalbsschnitzel stärken. Zu empfehlen: ein Absacker  vor dem Kamin in der Lobby – die,  anders als in vielen Hotels, tatsächlich ein Ort zum Verweilen ist. Von Christina Michlits