Sport statt Social Media: Workshop lehrt gesunden Umgang in Schulen

Mit " Screen Time " ist die Zeit gemeint, die Menschen vor Bildschirmen verbringen – vom Laptop über den Fernseher bis hin zum Smartphone. Besonders Jugendliche nutzen digitale Geräte intensiv: Laut einer Untersuchung des Sozialministeriums verbringen 12- bis 19-Jährige im Schnitt etwa vier Stunden täglich am Smartphone. Eine hohe Bildschirmnutzung kann sich speziell bei jungen Menschen negativ auf die Psyche auswirken, wie zuletzt etwa eine Untersuchung in den USA zeigte. Die Forschenden stellten unter anderem einen Zusammenhang zwischen Bildschirmzeit und Angstzuständen, Depressionen sowie Verhaltensauffälligkeiten fest. Medienkompetenz Claudia Diesner-Peternell beschreibt sich selbst als technikaffin. Die Pädagogin ist bereits seit Jahren an der HAK/HAS Waidhofen an der Thaya tätig, wo sie die Fächer Englisch und Sport unterrichtet. Dabei greift sie regelmäßig die Auswirkungen sozialer Medien auf, die sie auch im Schulalltag beobachtet: "Ich sehe schon, dass die Konzentrationsdauer abnimmt", sagt die Pädagogin. Sie erlebt ihre Schülerinnen und Schüler etwa als getrieben durch die hohe Frequenz an Nachrichten sowie dem Gefühl, nichts versäumen zu dürfen. Nicht selten würden Jugendliche in Gesprächen äußern, sich mit diesen Herausforderungen alleine gelassen zu fühlen. Gleichzeitig falle es den Eltern häufig schwer, regulierend einzugreifen. Umso wichtiger sei es Diesner-Peternell, den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln. Hier kommt Lukas Hetzendorfer ins Spiel. Der gebürtige Waldviertler hat sich im Zuge seiner beruflichen Laufbahn mit Schwerpunkt Marketing unter anderem bei Google technisches Know-how angeeignet. Im Rahmen des Workshops "Vom Screen zum Team" vermittelt er dieses Wissen an Jugendliche. Warum? "Weil ich mich seit 10 Jahren mit den medizinischen und psychischen Auswirkungen von Social Media und Digitalisierung beschäftige. Und es immer mehr belastbare Zahlen, Daten, Fakten gibt, die sagen, dass diese speziell für jugendliche Gehirne toxisch sein können", erläutert Hetzendorfer. Sport Sein Vortrag greift aktuelle Studien rund um Digitalisierung auf und bereitet die Ergebnisse verständlich für die Jugendlichen auf. Den Workshop organisiert und präsentiert er zusammen mit seiner Frau Katharina Hetzendorfer . Die ehemalige Profi-Volleyballerin will im Praxis-Teil sportliche Alternativen zum Scrollen aufzeigen und Einblicke in die Influencer-Welt geben. Ein Ansatz, der wissenschaftlich begründet werden könnte: In der amerikanischen Studie rund um die psychischen Folgen längerer Bildschirmzeit wird nicht nur empfohlen, die Nutzung zu reduzieren. Laut den Forschenden geht intensiver Konsum häufig mit weniger Bewegung und unregelmäßigem Schlaf einher. Deshalb raten sie außerdem, körperliche Aktivität und einen regelmäßigen Schlafrhythmus zu fördern, um die Psyche zu stärken.