Was wäre, wäre Herbert Kickl Bundeskanzler? Wenn der freiheitliche Parteichef der ZiB 2 heute, Dienstag, eines seiner wenigen TV-Interviews gibt und eine persönliche Bilanz zu einem Jahr Dreierkoalition zieht, wird die von ihm angepeilte „ Volkskanzlerschaft “ mit Sicherheit Thema. Das führt zu einer anderen, nicht minder spannenden Frage: Was ändert sich, wenn die FPÖ regiert? Stimmt schon: Bund und Länder sind nur bedingt vergleichbar. Und doch lohnt ein Blick in die Länder – immerhin regiert die FPÖ in fünf davon, in der Steiermark stellt man bereits den Landeshauptmann. Strenge Zur Steiermark: Hier zeigt sich die freiheitliche Handschrift besonders deutlich – insbesondere in der Sozial- und Umweltpolitik: Seit 1. Februar dieses Jahres ist das neue Sozialhilfegesetz in Kraft, die steirische Koalition bewirbt es als „strengstes in Österreich“. Der bundesweit gültige Mindestsatz der Hilfe wurde um fünf Prozent gekürzt, bei einem Ein-Personen-Haushalt sind das rund 60 Euro monatlich. Dem nicht genug, wurde die „Bemühungspflicht“ beim Spracherwerb bzw. bei der Suche nach einem Job und einem Ausbildungsplatz verschärft: Bei Verstößen drohen Sanktionen, etwa um bis zu 50 Prozent weniger Sozialunterstützung. Ein weiterer Punkt: die Wohnhilfe. Ab April schrumpft in der Steiermark der Kreis jener, die Anspruch auf Wohnunterstützung des Landes haben. Und auch bei den Zuwendungen für Asylwerber will man insofern Härte zeigen, als man noch vor dem Sommer eine Sachleistungskarte ausrollt und die Anwesenheitspflicht in der Unterkunft verschärft. Ein Anliegen ist der FPÖ in der Steiermark wie anderswo das zügige Autofahren: Bereits 2025 wurde der „Luft-Hunderter“ auf Autobahnen rund um Graz gestrichen. In Niederösterreich, wo man mit der ÖVP regiert, ist die blaue Handschrift durchaus ähnlich: Auch hier gilt Schärfe bei der Sozialhilfe als blaues Markenzeichen. Ein Punkt sind die deutlich verschärften Kontrollen, die nunmehr möglich sind. Seit 4. November kann Niederösterreich über eine neue Schnittstelle prüfen, ob Sozialhilfeempfänger Deutschkurse besuchen und Prüfungen absolvieren. Wer Auflagen – etwa das Erlernen der deutschen Sprache – verweigert, verliert laut FPÖ den Anspruch auf Sozialhilfe. In Niederösterreich gilt seit September 2025 zudem eine weitaus höhere Mitwirkungspflicht für Eltern, um die Integration und Bildung von Kindergartenkindern sicherzustellen. Eltern müssen verpflichtende Elterngespräche führen und eng mit Pädagogen zusammenarbeiten. Wer sich daran nicht hält, dem drohen Geldstrafen von bis zu 2.500 Euro. Die freiheitlichen Themen haben sich demnach nicht deutlich gewandelt, seit man in der Regierung ist. Es geht um Asyl, Sicherheit und bisweilen auch um den Straßenbau. Integration Und weil die blaue Wertewelt in Oberösterreich keine andere ist, ventiliert man auch hier das Motto der Konsequenz beim Asylkurs. Mit der ÖVP agieren die Freiheitlichen in harmonischer Einigkeit. Sei es bei den 36 Millionen Euro, die in den kommenden Jahren in den Linzer Flughafen investiert werden; sei es bei den Themen Zuwanderung und Fremdenrecht. Glaubt man Umfragen, so waren die Blauen noch nie so nahe daran, regional Platz eins zu schaffen. Und auch das gilt nicht nur in Oberösterreich, sondern auch in Salzburg, Niederösterreich und Vorarlberg.