US-Republikaner nennen Israel als Auslöser für Iran-Angriff

Führende US-Republikaner rücken zur Begründung für den Angriff auf den Iran zunehmend Israels Agieren in den Fokus . "Israel war entschlossen, hier zu seiner eigenen Verteidigung zu handeln, mit oder ohne amerikanische Unterstützung", sagte der Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Mike Johnson. US-Außenminister Marco Rubio sagte: "Die unmittelbare Gefahr bestand darin, dass wir wussten, dass der Iran, wenn er angegriffen würde (...) sofort gegen uns vorgehen würde." "Wir wussten, dass es zu einem israelischen Eingreifen kommen würde. Wir wussten, dass dies einen Angriff auf die amerikanischen Streitkräfte auslösen würde", führte Rubio weiter aus. Die USA seien zu der Einschätzung gekommen, dass sie mehr Verletzte und Tote zu verzeichnen hätten, wenn sie unter diesen Umständen nicht "präventiv" gegen den Iran vorgegangen wären. Die USA seien davon ausgegangen, dass der Iran wusste, dass er angegriffen werden würde. "Wir haben pro-aktiv auf defensive Weise gehandelt, um zu verhindern, dass sie größeren Schaden anrichten." Bisher kamen sechs US-Soldaten ums Leben. Trump und Rubio mit unterschiedlicher Erklärung Rubio legte damit eine andere Begründung für die Angriffe der USA gegen den Iran vor als US-Präsident Donald Trump. Dieser hatte zuvor gesagt, mit der Entscheidung zum Angriff gegen den Iran habe er die beste Möglichkeit genutzt. "Dies war unsere letzte und beste Chance zuzuschlagen, was wir gerade tun, und die unerträglichen Bedrohungen durch dieses kranke und finstere Regime zu beseitigen", sagte Trump bei einer Veranstaltung im Weißen Haus in Washington. Israel hat US-Truppen in Gefahr gebracht Ein Abgeordneter der Demokraten, Joaquin Castro, zeigte sich empört über Rubios Äußerungen. Diese deuteten darauf hin, dass Israel "US-Truppen in Gefahr gebracht hat, indem es auf einem Angriff auf den Iran bestanden hat", erklärte Castro im Onlinedienst X. "Das ist inakzeptabel für den Präsidenten und inakzeptabel für ein Land, das sich als unser Verbündeter bezeichnet." Rubio betonte zugleich, dass die US-Regierung es für notwendig gehalten habe, den Iran anzugreifen, unabhängig davon, wodurch die Angriffe schlussendlich ausgelöst wurden. "Egal wie, letztlich musste dieser Einsatz stattfinden", sagte er. "Die schwersten Schläge des US-Militärs stehen noch bevor", betonte Rubio. Einen Einsatz von Bodentruppen im Iran schloss er nicht explizit aus: "Wir sind davon überzeugt, dass die Ziele dieses Einsatzes - die Zerstörung der ballistischen Raketen, deren Abschussvorrichtungen und Produktionsanlagen - ohne den Einsatz von Bodentruppen erreicht werden können." Irans Außenminister wies die US-amerikanischen Vorwürfe zurück. Es habe nie eine sogenannte iranische Bedrohung gegeben, schrieb Abbas Araqchi auf X. "Die USA sind im Namen Israels in einen Krieg ihrer Wahl eingetreten", schrieb der Minister. Dass amerikanisches und iranisches Blut vergossen werde, gehe auf das Konto derjenigen, die Israel an erste Stelle setzen. Vance: Machtwechsel im Iran ist nebensächlich Die US-Regierung würde gerne einen Sturz der Führung in Teheran sehen, dies sei jedoch nicht das Ziel, erklärte Rubio. "Wir hoffen, dass das iranische Volk diese Regierung stürzen und eine neue Zukunft für dieses Land aufbauen kann", sagte er. "Aber das Ziel dieser Mission ist die Zerstörung ihrer ballistischen Raketenkapazitäten und ihrer Seestreitkräfte." US-Vizepräsident James Vance wiederum sagte dem Sender Fox News, in einer "perfekten Welt" würden die USA es begrüßen, wenn jemand im Iran an die Macht käme, der bereit sei, mit den USA zu kooperieren. Das vorrangige Ziel Trumps sei aber, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelange. Dafür sei es letztlich nebensächlich, was mit der Führung in Teheran passiere, sagte er. Israel hatte den Iran bereits im Juni vergangenen Jahres angegriffen. Das US-Militär hatte sich knapp eine Woche später dem Verbündeten angeschlossen und die iranischen Atomanlagen bombardiert. "Man könnte meinen, sie hätten ihre Lektion gelernt, aber das haben sie nicht, denn sie sind unverbesserlich. Sie sind völlig fanatisch, was ihr Ziel angeht, Amerika zu zerstören", behauptete der israelische Ministerpräsident Netanyahu beim US-Fernsehsender Fox News.